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    Verbreitung von Viren gegen Geld angeboten

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    MOSKAU, 31. Mai (RIA Nowosti). Eine Gruppe geschäftstüchtiger Russen und Litauer brachten eine neue Geschäftsidee auf den Weg. Sie bieten den Betreibern von Internetseiten an, fremde Computer gegen Geld mit Viren zu infizieren, teilt die Moskauer Tageszeitung „Wedomosti" mit.

    Die Firmengründer von iframedollars.biz boten den Bertreibern populärer Webinhalte an, auf ihren Seiten einen Kode zu platzieren, der auf den Computern ihrer User unbemerkt schädliche Programme installiert, so Viren, Computerspione, Selbsteinwähler (sogenannte Dialer) und Reklame-Popups. Die „Internet-Geschäftsleute" stellen für jeden infizierten Computer eines Amerikaners oder Europäers bis zu 0,061 US-Dollar in Aussicht. Bei Russen oder Asiaten lehnen sie eine Bezahlung ab.

    Auf der Webseite der Gruppe iframedollars.biz wird die Zahl von 200 Partnern angeführt, welche in der vergangenen Woche 11 890 US-Dollar verdient haben sollen. Mit anderen Worten, sie infizierten etwa 195 000 Computer. Ein Gruppenmitglied, ein gewisser Aleks Ziemlikas aus Litauen, versichert, iframedollars.biz erledige lediglich Werbeaufträge und unternehme nichts Illegales. Die Internetseite der neuen Geschäftsleute wurde am 30. Mai abgeschaltet.

    Der Manager für Unternehmenskommunikation der Firma Kaspersky Labs, Alexej Sernow, ist überzeugt, dass iframedollars.biz eine rechtswidrige Tätigkeit ausübt. Ihm zufolge kann man an Selbsteinwählprogrammen nicht schlecht verdienen: Einem Autoren aus Italien, der übrigens später in Haft genommen wurde, brachte sein Programm etwa 100 000 Euro ein.

    Der Sprecher der Verwaltung K im russischen Innenministerium, Anatolij Platonow, konnte nicht präzisieren, ob sich die Miliz für iframedollars.biz interessiert hat. Er sagte, dass in seiner Behörde eine Sonderabteilung für das Internet zuständig ist, welche momentan überbelastet sei.