00:18 25 Januar 2017
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    Wasserstofftechnologien in Russland

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    MOSKAU, 3. Juni /Juri Saizew, Experte des Instituts für Weltraumforschung - RIA Nowosti/.

    In der Russischen Akademie der Wissenschaften wurden die Ergebnisse der ersten Etappe des im Frühjahr 2004 gestarteten Komplexprogramms für Arbeiten im Bereich der Wasserstoffenergetik zusammengefasst. Das Hauptziel des Programms ist die Ausarbeitung, Finanzierung und Umsetzung der vorrangigen Hochtechnologieprojekte, Entwicklung von konkurrenzfähigen Importe ablösenden Ausrüstungen und Stoffen im Bereich der Wasserstoffenergetik und der Brennstoffzellen.

    Heute können bereits 70 Prozent der russischen Neuentwicklungen der letzten Jahre im Bereich der Wasserstoffenergetik in die Massenproduktion übernommen werden. Das Hauptergebnis der durchgeführten Forschungen und ausgeführten Entwicklungsarbeiten sind die Konstruktion einer Brennstoffzelle mit Festpolymer-Elektrolyten und deren Herstellungstechnologie.

    Zur Zeit sind in der ganzen Welt intensive Arbeiten im Bereich der Wasserstoffenergetik entfaltet worden. Versuchsmuster von „Wasserstoffautos" sind in den USA, Deutschland, Japan und Russland entwickelt worden. Einzelne Firmen, zum Beispiel die deutsche Daimler-Chrysler, könnten 2006 zur Massenproduktion von neuen Kraftfahrzeugen übergehen.

    Wie sind die diesbezüglichen Möglichkeiten Russlands? In unserem Lande wird ein kationenleitendes Polymer synthetisiert, das seiner Qualität nach den ausländischen nicht nachsteht. Das Potential des Verteidigungs-Industrie-Komplexes ermöglicht es, die notwendige Apparatur mit hohen Parametern herzustellen. Das Bergbau- und Hüttenkombinat „Norilski Nickel", bei der Gewinnung von Platin und Palladium das größte in der Welt, kann die Lieferung strategischer Rohstoffe für die Schaffung aller notwendigen Katalysatoren sichern. Somit besteht für Russland die Perspektive, schon in den nächsten Jahren die Produktion von Transportmitteln mit alternativen Antrieben aufzunehmen.

    Es wurde der Beschluss über die Gründung der Nationalen Innovationsgesellschaft „Nowy energetitscheski projekt" /„Neues Energieprojekt"/ gefasst. Die Aufgabe dieser Struktur läuft darauf hinaus, gemeinsam mit Instituten der Russischen Akademie der Wissenschaften industrielle Versuchstechnologien für die Herstellung von Brennstoffzellen und elektrochemischen Wasserstoffgeneratoren auf deren Grundlage zu entwickeln. Der Hauptplatz, auf dem die Herstellung von Wasserstoff-Energieanlagen entfaltet werden soll, wird die Raketen- und Rahmfahrtkorporation „Energija" sein, die durch ihre Orbitalstationen Salut und Mir sowie die Raumschiffe Sojus und Progress bekannt ist.

    Auch das Interesse, das von der Industrie und großen Privatunternehmen in den letzten Jahren für fundamentale Entwicklungen der Institute der Akademie der Wissenschaften und dafür gezeigt wird, wie auf ihrer Basis ein konkurrenzfähiges Produkt zu schaffen wäre, das Russland ermöglichen würde, in bestimmten wissenschaftlich-technischen Richtungen unter den führenden Ländern festen Fuß zu fassen, ist an und für sich kennzeichnend. Das ist sehr wichtig, weil ein tatsächlicher technischer Sprung nur auf der Basis von bahnbrechenden wissenschaftlichen Grundlagenforschungen möglich ist.