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    Neues russisches Raumschiff rettet bei Havarie der Trägerrakete der Besatzung das Leben

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    LE BOURGET, 14. Juni (RIA Nowosti). Die Konzeption des neuen russischen mehrfach verwendbaren Raumschiffes Clipper zielt auf die Rettung der Besatzung im Falle einer Havarie der Trägerrakete ab, teilte der Chefkonstrukteur, Wladimir Danejew, gegenüber RIA Nowosti bei der Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget mit.

    Wie er sagte, könne sich Clipper sich bei einer Havarie der Trägerrakete selbständig bis zu einem Flugplatz begeben. Die Konstruktion ermögliche es, aus einer beliebigen Umlaufbahn auf einem Flugplatz zu landen, fügte er hinzu.

    Die Hauptcharakteristika des mehrfach verwendbaren Weltraumschiffs sind folgende: Startmasse 13 Tonnen, Anzahl der Besatzungsmitglieder bis zu sechs und Frachtmasse, die in das All befördert werden kann, 500 Kilogramm. Clipper kann bis zu 15 Tage autonom eingesetzt werden. Im Bestand einer Umlaufstation, wie die Internationale Raumfahrtstation ISS zum Beispiel, beträgt die Nutzungsdauer bis zu 360 Tage.

    Wie Wladimir Danejew berichtete, sind das Äußere und viele technische Aspekte bereits abgearbeitet worden.

    „Mit 99-prozentiger Sicherheit wird das ein Raumschiff mit nach oben angewinkelten Flügeln, was es Clipper ermöglicht, auf jedem erstklassigen Militärflugplatz mit einer Landepiste von 3 bis 3,5 Kilometern Länge zu landen, präzisierte er.

    Danejew zufolge ist der erste unbemannte Testflug für das Jahr 2011 vorgesehen. „Unbemannte Testflüge muss es zumindest zwei geben. Ein bemannter Test wird dann im Jahre 2012 starten", führte der Chefkonstrukteur aus.

    Das ökonomische Grundprinzip von Clipper sei die Reduzierung der Selbstkosten beim Flug, erfuhr RIA Nowosti vom neuen Chef des Raumschiffbauers Energija, Nikolai Sewastjanow, der erst kürzlich Juri Semjonow auf diesem Posten abgelöst hat. „Die Selbstkosten des Starts von Kosmonauten in eine Umlaufbahn werden geringer als bei den heute üblichen Schiffen vom Typ Sojus und viel billiger als bei den Shuttles ausfallen", stellte Sewastjanow fest, der auf der Ausstellung in Le Bourget weilt.

    Auf den Typ des Raketenträgers für das neue Raumschiff eingehend, stellte er fest, dass die Wahl voraussichtlich auf die modernisierte Rakete Sojus-2 fallen wird.

    Dadurch kann Clipper von dem auf kasachischem Territorium gelegenen russischen Kosmodrom Baikonur wie auch von Plissezk im Norden Russlands gestartet werden. In der Zukunft kommt auch ein Start von Kourou in Französisch-Guayana aus in Betracht. Sewastjanow konkretisierte jedoch, dass die definitive Wahl des Trägers erst später erfolgen wird.

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