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    "Nowaja Gaseta": Russland will einen Mars-Flug simulieren

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    MOSKAU, 20. Juni (RIA Nowosti). Das Moskauer Institut für medizinisch-biologische Probleme der Russischen Akademie der Wissenschaften will in diesem Herbst weltweit erstmalig einen bemannten Mars-Flug simulieren. Über die Details des Experiments erzählte der technische Leiter des Projekts, Jewgeni Djomin, in einem Interview für die allgemeinpolitische Wochenschrift „Nowaja Gaseta".

    Ein erster Mars-Flug wäre seinen Worten nach in der Zeit zwischen 2010 und 2016 möglich. „Amerikanische und europäische Spezialisten geben vorsichtigere Prognosen ab: 2030 bis 2060", erklärte Djomin. „Es ist aber klar, dass ein Experiment, bei dem die Dauer und die Bedingungen eines Mars-Fluges simuliert werden, schon heute durchgeführt werden muss". Dafür werde die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos im Herbst 2005 amtlich Freiwillige für das Experiment anwerben.

    Im Rahmen des beispiellosen Experiments sollen medizinische Methoden getestet werden, wie die Lebensfunktionen, psychische und körperliche Gesundheit der Besatzung gewährleistet werden können. Erstmals in der Geschichte der bemannten Raumfahrt wird die Telemedizin Anwendung finden. Die Mars-Crew wird die Atmosphäre und die mikrobiologische Situation an Bord selbständig kontrollieren müssen.

    Dem technischen Projektleiter zufolge wird das Experiment 500 Tage dauern. Bei erfolgreichem Abschluss kann die Dauer auf 700 Tage verlängert werden. Die experimentelle Besatzung wird aus sechs Personen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren bestehen. Die Besatzungsmitglieder können verschiedenen Nationen angehören, müssen jedoch gleichgeschlechtlich sein.

    Mit der Flugsimulation, so Djomin, wollen die russischen Wissenschaftler ermitteln, ob die Kosmonauten unter vermutlichen Mars-Bedingungen werden überleben können. „Somit machen unsere Forscher den ersten Schritt zu einem realen Mars-Flug. Ihm wird eine Reihe von Experimenten folgen", sagte Djomin.

    Das erste Mars-Experiment werde ihm zufolge aus der russischen Staatskasse finanziert.

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