02:07 17 Oktober 2017
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    Mitarbeiter der russischen Driftstation „Nordpol-33" werden abgelöst

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    ST. PETERSBURG, 21. Juni (RIA Nowosti). In der russischen Arktis-Driftstation „Nordpol-33" wird Ende August/Anfang September dieses Jahres eine Rotation der Mitarbeiter erfolgen. Das teilte der Chef der Hochbreiten-Arktisexpedition des Instituts für Arktis- und Antarktisforschungen des Föderalen Dienstes Russlands für Hydrometeorologie, Wladimir Sokolow, gegenüber der RIA Nowosti mit.

    Laut dem Polarforscher hat die „Nordpol-33" seit ihrer Einrichtung (Anfang September vergangenen Jahres) einen Driftweg von rund 2 000 Kilometer zurückgelegt. Ihre Driftgeschwindigkeit beträgt sieben bis zehn Kilometer pro Tag, während die Arktis-Stationen im 20. Jahrhundert mit einer Geschwindigkeit von rund zwei bis 2,5 Kilometer pro Tag drifteten.

    Sokolow bemerkte ferner, dass die Drift aktiver verläuft, als vorgesehen. Laut Expertenprognosen kann die „Nordpol-33" noch bis zur Jahreswende in den Raum der Framstraße gelangen, was für ihr weiteres Bestehen gefährlich sei.

    „Wegen dynamischer Faktoren und der hohen Driftgeschwindigkeit - bis zu 70 Meilen pro Tag - gehen in dieser Region aktive Prozesse vor sich. Das gefällt uns keineswegs. Deshalb haben wir eine Expedition eingeplant, deren Teilnehmer die Beschäftigten der Station ablösen und diese auf eine andere Eisscholle verlegen sollen, die den Bedingungen einer weiteren Drift gerecht wird", sagte der Experte.

    Zu diesem Zweck wird das Forschungs- und Expeditionsschiff „Akademik Fjodorow" Ende August/Anfang September in den Driftraum der „Nordpol-33" auslaufen.

    Im selben Zeitraum wird eine Rotation der Gruppe der Arktisexpedition vorgenommen: 14 Fachleute treffen in der Station ein, um die 14 Fachleute abzulösen, die jetzt dort eingesetzt sind. „Dabei werden die drei Hunde - Dikson, Nadja und Karat -, die die Polarforscher vor Bären schützen, ihren Dienst in der Polarstation weiter versehen müssen", fügte Sokolow hinzu.

    In der Polarstation werden langjährige Arbeiten zur Erforschung der Zentralarktis geführt, die noch 1937 von Russland in der Driftstation „Nordpol-1", der ersten solchen Station in der Welt, begonnen wurden. Die gewonnenen Informationen erweitern die wissenschaftlichen Kenntnisse über die Prozesse, die in der Natur der Zentralarktis vor sich gehen, und helfen, die Ursachen für die globalen Klimaänderungen zu klären.