23:20 18 Januar 2017
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    Weltraumtruppen wollen Hersteller der abgestürzten Rakete verklagen

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    MOSKAU, 15. Juli (RIA Nowosti). Die Weltraumtruppen Russlands wollen den Hersteller der am 21. Juni 2005 abgestürzten Trägerrakete Molnia-M verklagen.

    "Nach dem Absturz richteten die Weltraumtruppen eine Reklamation an das Herstellerwerk. Jetzt entscheiden wir gemeinsam mit Roskosmos (russische Raumfahrtbehörde) und unseren Juristen, ob wir bei dem Schiedsgericht eine Entschädigungsanklage erheben können", sagte der Befehlshaber der Weltraumtruppen, Wladimir Popowkin.

    Ihm zufolge waren die Molnia-M und der Nachrichtensatellit Molnia-3K für 190 Millionen versichert.

    Doch der Versicherungsfall trat nicht ein: Versichert war nämlich der eventuelle Schaden Dritter sowohl innerhalb als auch außerhalb des geplanten Absturzraums. "Gott sei Dank trat dieser Versicherungsfall nicht ein", erklärte Popowkin.

    "Natürlich können wir das Konstruktionsbüro Progress (Produzent der verunglückten Rakete) nicht zugrunde richten. Außer ihm kann leider niemand mehr die Trägerraketen Molnia und Sojus herstellen. Wir verstehen das", äußerte Popowkin.

    Er schloss nicht aus, dass ein Kompromiss gefunden wird, und dass gegen die Schuldigen entsprechende Maßnahmen getroffen werden.

    Der Leiter der zuständigen Ermittlungskommission und stellvertretende Befehlshaber der Weltraumtruppen, Oleg Gromow, teilte seinerseits mit, dass durch den Absturz der Bruchteile der Molnia-M kein Umweltschaden entstanden sei.

    "Alle Teile der Rakete stürzten im vorgesehenen Raum (Gebiet Tjumen, Westsibirien) ab. Der Apparat verbrannte gänzlich in der Atmosphäre, so dass kein Umweltschaden entstand", sagte Gromow auf einer Pressekonferenz am Freitag.

    Die Trägerrakete Molnia-M mit einem Nachrichtensatelliten Molnia-3K startete am 21. Juni 2005 ins All. 298 Sekunden nach dem Start stürzte die Rakete ab.

    Als besonders wahrscheinliche Absturzursache gilt ein Defekt in einer der vier Brennkammern der zweiten Antriebsstufe, meldete die Pressestelle der Weltraumstreitkräfte am Freitag.

    Die eingesetzte Ermittlungskommission schlug ein Moratorium für die Starts der Molnia-Raketen vor.

    Eine neue Molnia-Rakete kann General Gromow zufolge erst in acht bis neun Monaten gebaut werden. "Es wird das letzte Molnia-Modell sein, und sie wird für dieselben Zwecke eingesetzt wie die abgestürzte Rakete".