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    16 Sylvester für ISS-Besatzung

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    FLUGLEITZENTRUM (Koroljow bei Moskau), 29. Dezember (RIA Nowosti). Die Besatzung der Internationalen Weltraumstation ISS kommt in einen besonderen Genuss: 16 Mal wird sie Sylvester feiern und das Feuerwerk auf der ganzen Erde verfolgen können.

    Wie der Kosmonaut Waleri Tokarew von Bord der Station aus in einem Gespräch mit RIA Nowosti telefonisch berichtet hat, ist aus der Umlaufbahn sogar die festliche Beleuchtung in den Städten zu erkennen. Das Team werde sich also ohne Zweifel überall am Feuerwerk erfreuen können.

    "Ich möchte die Spuren der Ballerschüsse beim Überfliegen Russlands, unseres gewaltigen Landes, vom Westen bis zum Osten verfolgen können, überall natürlich, wo uns keine Wolken die Sicht versperren", sagte der Kosmonaut.

    "Wir haben Fototechnik mit einer großen Auflösung und können sogar in der Nacht Aufnahmen machen. Also werden wir fotografieren", fügte er hinzu.

    16 Mal, so erzählte Waleri Tokarew, kann er gemeinsam mit William McArthur Sylvester feiern. Doch anstoßen werden sie zuerst nach Moskauer und dann Houstoner Zeit. "Der Jahreswechsel ist so ganz unser Feiertag, nach dem Herzen der Russen: Ich möchte ihn über Wladiwostok nach Ortszeit begehen. Und wenn die Kraft reicht, worauf ich hoffe, halte ich bis Moskau durch", sagte er humorvoll.

    Der Sprecher des Flugleitzentrums, Valeri Lyndin, bestätigte RIA Nowosti, dass die Besatzung bei ihren 16 Erdumrundungen im Tagesverlauf eben so oft einen Anlass zum Anstoßen hätte.

    Der amerikanische Astronaut William McArthur freute sich unterdessen über die Geschenke, die ihnen auf die Umlaufbahn geliefert worden waren, insbesondere über die schönen warmen Socken.

    "Meine Tochter hat mir einen DVD-Player mit Etui, einen Trainingsanzug und herrliche warme Socken geschickt", ließ er auf Russisch wissen.

    Der Amerikaner verheimlichte auch nicht, was auf die Festtagstafel kommen wird: "Wir werden Hammel mit Gemüse genießen. Dazu gibt es Tee und Säfte. Natürlich lassen wir auch die Äpfel nicht stehen."

    Tokarew, nach dem verschneiten Europa befragt, berichtete, dass aus dem All nicht nur die Schneemengen, sondern auch die Schneegrenzen zu sehen sind. "Wir sehen die Schneeberge in Europa, in Polen und in Frankreich, was wohl in diesen Ländern nicht allzu typisch ist. Aus dem Orbit sehen wir sogar den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang. Das kann man sich von der Erde aus kaum vorstellen, nicht einmal vom Flugzeug aus. Doch aus dem Kosmos wird sehr gut verständlich, wie klein und verletzlich unsere Erde ist", sagte er.

    Kürzer als für die Erdbewohner, ließ Tokarew wissen, werde der Jahreswechsel auf der Station ausfallen. "Natürlich ist Neujahr Feiertag, doch dann müssen wir wieder an die Arbeit", bedauerte der russische Kosmonaut.

    Wie Lyndin einräumte, kann sich die Besatzung am 31. Dezember kurz ausruhen, doch die wöchentliche Aufräumaktion werde ihr nicht geschenkt. Danach vom 1. bis 3. Januar kann sie in aller Ruhe die Feiertage begehen. Was aber keinesfalls heißt, dass sie technische Operationen und wissenschaftliche Experimente einfach ausfallen lassen darf.

    Valeri Tokarew beantwortete Fragen von Journalisten, wie er das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest begehen wird: "Ich bin getauft und rechtgläubig, darum lasse ich das Fest in keinem Fall aus." Er fügte hinzu: "William hat das katholische Weihnachten am 25. Dezember begangen."

    Journalisten konnten sich nicht die Frage ersparen, wie Tokarew der Gedanke gefallen würde, Sylvester auf dem Mars zu feiern. Der Kosmonaut schmunzelte: "Theoretisch mag es ganz schön sein, auf dem Mars auf das neue Jahr anzustoßen, doch bis es soweit ist, besteht noch eine Menge Arbeit bevor. Hoffentlich wird das bald möglich. Doch muss gesagt werden, eigentlich kann man Sylvester überall feiern: die Hauptsache ist, man ist in angenehmer Gesellschaft".

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