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    Der Westen kann Iran nicht an der Atomforschung hindern

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    MOSKAU, 11. Januar (RIA Nowosti). Iran werde Technologien für den vollen Nuklearzyklus besitzen. Diese solche Prognose hat Radschab Safarow, Generaldirektor des russischen Zentrums für Studien des heutigen Irans, am Dienstag in einem RIA-Nowosti-Interview gestellt.

    "Die Führung Irans und die iranische Gesellschaft befinden sich heute in einem solchen Zustand, dass es weder mit Drohungen noch mit Druck oder Erpressung möglich ist, Iran in seiner Absicht zu stoppen, Nukleartechnologien zu besitzen. Selbst wenn es eine direkte Gefahr der Invasion des Territoriums Irans geben sollte, wird Iran meines Erachtens die Arbeiten in dieser Richtung fortsetzen und zu einem Land mit dem vollen Nuklearzyklus werden", sagte er.

    Der Experte schloss nicht aus, dass westliche Länder erwirken können, das iranische Nukleardossier dem UNO-Sicherheitsrat zu übergeben. "Iran ist auf jegliche Handlungen der Weltgemeinschaft, einschließlich Wirtschaftssanktionen oder Anwendung von militärischer Gewalt, gefasst", betonte er in diesem Zusammenhang.

    Safarow erinnerte daran, dass die iranische Seite ganz am Anfang der Verhandlungen ihre Absicht recht kategorisch bekannt gegeben hatte, Technologien für den vollen Nuklearzyklus zu besitzen. Aber weder die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) noch die Europäische Union schenkten der Meinung der iranischen Seite Gehör. "Diese Verhandlungen erinnerten an ein Gespräch von zwei Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen und nicht verstehen, worum es geht", sagte der Gesprächspartner der RIA Nowosti.

    Der Experte erinnerte auch an verschiedene Aspekte des Problems, das mit der Umsetzung des iranischen Nuklearprogramms zusammenhängt.

    "Man darf auch nicht den ökonomischen Hintergrund dieser Frage vergessen. Wenn Iran jenen fortgeschrittenen technologischen Stand erreicht, welchen ein Land hat, das in vollem Umfang die Nukleartechnologien besitzt, so wird das einen starken Auftrieb für die Entwicklung der nationalen Industrie geben", sagte er.

    "Im politischen Bereich wird der Besitz der Nukleartechnologien andere Staaten zwingen, Iran wie einem Land Rechnung zu tragen, mit dem Länder des Westens die Verhandlungen zu verschiedenen regionalen und globalen Problemen zu gleichen Bedingungen führen müssen. Obendrein ist die technologische Ressource, die Iran nach der Umsetzung des Programms für den vollen Nuklearzyklus haben wird, eine Frage der Sicherheit, eine Frage der Existenz Irans als eines selbständigen Staates", unterstrich Safarow.

    Der Experte erinnerte daran, dass die Urananreicherung in Iran noch nicht begonnen hat. "Viele verwechseln die jüngste Erklärung Irans zur Nuklearproblematik mit der Aufnahme der Arbeiten an der Urananreicherung. In Wirklichkeit geht es um die Abnahme von Plomben von einigen Forschungsnuklearobjekten", sagte er.

    Safarow hob hervor, dass die iranische Seite vom Standpunkt des Völkerrechts Gründe für Arbeiten an der Erforschung des friedlichen Atoms hat.

    Ihm zufolge verwandelte sich das iranische Nuklearprogramm in eine gesamtnationale Idee. Heute gibt es kein Zurück.

    Am Dienstag hatte Iran offiziell die Wiederaufnahme der Forschungen im Nuklearbereich erklärt.

    "Nach einem Abkommen mit IAEO-Inspektoren haben wir heute offiziell die Forschungen im Nuklearbereich wieder aufgenommen", teilte Mohammad Saidi, stellvertretender Leiter der iranischen Atomenergieorganisation, am Dienstag mit. Dabei hob er hervor, dass Iran zwischen Forschungen und dem eigentlichen Prozess der Produktion von Kernbrennstoffen unterscheide.

    "Für die Produktion von Kernbrennstoffen in Iran besteht bislang ein Moratorium", fügte Saidi hinzu.

    Vorige Woche benachrichtigte Teheran die IAEO über die Aufnahme der praktischen Forschungen auf dem Gebiet von Technologien für die Produktion von Kernbrennstoff am 9. Januar 2006. Dabei hob es hervor, dass "alle Forschungen im Nuklearbereich entsprechend dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen und unter IAEO-Kontrolle vorgenommen werden".

    Vor etwa zwei Jahren hatte Iran freiwillig alle Arbeiten an der Urananreicherung nach den Verhandlungen mit der "europäischen Drei" ausgesetzt. Es unternahm diesen Schritt, um eine Atmosphäre des Vertrauens in den Verhandlungen über sein Nuklearprogramm zu schaffen.

    Die Europäische Union und die USA erklärten ihrerseits eine ernsthafte Besorgnis im Zusammenhang mit der Absicht Irans, die Arbeiten an der Urananreicherung wieder aufzunehmen, und riefen Teheran auf, auf diesen Schritt zu verzichten.

    In einer Erklärung von EU-Vertretern, die zuvor verbreitet wurde, heißt es: Die Wiederaufnahme der Tätigkeit von Iran bei der Urananreicherung gefährdet die Möglichkeit der Rückkehr zu Verhandlungen mit der "europäischen Drei", die für Mitte Januar dieses Jahres vorgesehen sind.

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