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    Mutation des Vogelgrippe-Virus unwahrscheinlich

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    NOWOSIBIRSK, 08. Februar (RIA Novosti). Die Instabilität des Untertyps H5N1 des Vogelgrippe-Virus in seinem ureigensten Milieu erschwert dessen Mutation, hat der Direktor des Staatlichen Wissenschaftszentrums für Virologie und Biotechnologie Vektor, Ilja Drosdow, in Auswertung von Forschungsergebnissen vor Journalisten ausgeführt.

    "Wir müssen darauf achten, wie sich der Virus auf seine Attacke gegen die Menschheit vorbereitet. Das ist unseren Forschern gewissermaßen gelungen. Wir vermerken gegenwärtig einen interessanten Fakt: die Instabilität des Untertyps H5N1 der Vogelgrippe in seinem eigenen Milieu. Vermutlich ist das einer der Gründe, die es ihm erschweren, den Weg einzuschlagen, den einst im Jahre 1918 der Untertyp H1N1 genommen hat. Damals brach eine Epidemie unter Menschen aus", erläuterte der Experte.

    Die Forscher um Drosdow streben gegenwärtig die Schaffung einer Datenbank der Grippeviren an, die für den Menschen am gefährlichsten werden können. Sie werde auf der Grundlage von Proben aus allen Regionen entstehen, in denen Vogelgrippe aufgetreten ist.

    Ferner habe man deshalb im Außenministerium beantragt, eine Forschergruppe auch in die Türkei zu entsenden, um die vorhandenen Erkenntnisse zu vertiefen. Gespräche seien bereits in der Mongolei geführt worden, weil die Fachleute dort schon einen Monat früher ankündigen könnten, welche Zugvögel die Vogelgrippe über die russische Grenze einschleppen können. Untersuchungen sind schließlich auch auf der Krim geplant.

    Auf Regierungsebene, berichtete Drosdow, werde gegenwärtig ein Programm erarbeitet, um das Wissenschaftszentrum außerdem in das internationale Kontrollsystem für pathogene Stämme der Virusgrippe zu integrieren. "Demnächst wird die Bereitstellung von 240 Millionen Rubel zweckgebundener Mittel für das Jahr 2006 entschieden", gab Drosdow bekannt.

    Er erläuterte, dass dem globalen Überwachungssystem Fachzentren verschiedener Länder angehören. In den GUS-Staaten gebe es indes keine geeigneten Einrichtungen. Mit der WHO sei in diesem Zusammenhang bereits abgestimmt worden, dass das Zentrum in Nowosibirsk diese Funktion im postsowjetischen Raum der GUS-Staaten übernimmt.

    Der russische Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew hat unterdessen Fälle von Vogelgrippe in Russland abgestritten. "Es gibt keine Hühnergrippe in Russland", beschied er Journalisten. "Es ist offensichtlich, dass das Thema überhitzt ist und von den Massenmedien als Druckmittel gegenüber der Bevölkerung genutzt wird. Ich meine, das ist ungeheuerlich."

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