16:00 22 Februar 2018
SNA Radio
    Wissen

    ITER-Projekt schreitet voran - erste Kernfusionexperimente in Japan geplant

    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Die Experimente, die vor dem Bau des internationalen Fusionsreaktors (ITER) in Frankreich stattfinden müssen, werden in Japan durchgeführt.

    TOKIO, 02. Februar (RIA Novosti). Die Experimente, die vor dem Bau des internationalen Fusionsreaktors (ITER) in Frankreich stattfinden müssen, werden in Japan durchgeführt.

    Ein entsprechendes Abkommen werden Japan und die Europäische Union am 05. Februar in Tokio unterzeichnen, teilte ein Sprecher der japanischen Regierung am Freitag mit.

    Dementsprechend soll auf der japanischen Hauptinsel Honshu (Präfektur Aomori) ein Internationales Forschungszentrum für Kernfusion gegründet werden. Außerdem soll das Testgelände der Japanischen Atomenergieagentur in der Präfektur Ibaraki modernisiert werden, wo Experimente mit Plasma und mit der Verschmelzung von Atomkernen gemacht werden.

    An den ITER-Experimenten werden Forscher aus der Europäischen Union und Japan teilnehmen. Die Kosten werden auf 770 Millionen Dollar geschätzt und werden von beiden Seiten jeweils zur Hälfte getragen.

    Im November 2006 haben Russland, die USA, die EU, Japan, China, Südkorea und Indien eine Vereinbarung über die Errichtung des ITER-Reaktors (kurz für International Thermonuclear Experimental Reactor) unterzeichnet. Demnach soll mit dem Bau des Kernfusionsreaktors Anfang 2007 in Cadarache (Departement Bouches-du-Rhône, Südfrankreich) begonnen werden. Die Bauarbeiten sollen zehn Jahre dauern. Danach soll der Reaktor 20 Jahre lang in Betrieb bleiben.

    Die gesamten Projektkosten werden auf circa zehn Milliarden Dollar beziffert, von denen 40 Prozent von der EU und 60 Prozent in gleichen Anteilen von den anderen Teilnehmern gedeckt werden.

    Anders als bei den heutigen Kernreaktoren, die mit der Kernspaltung Energie erzeugen, liegt dem internationalen Experimentalreaktor - ähnlich wie auf der Sonne - die Kernfusion zugrunde. Die Wissenschaftler wollen erst im Labor, dann unter industriellen Bedingungen die Prozesse nachvollziehen, die sich auf der Sonne vollziehen: Bei der Fusion der Kerne der Wasserstoff-Isotopen Deuterium und Tritium bildet sich das chemisch träge Helium. Dabei wird viel Energie freigesetzt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren