05:25 22 Juli 2018
SNA Radio
    Wissen

    EADS will mit Weltraum-Jet in den Tourismus einsteigen

    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    PARIS, 14. Juni (RIA Novosti). Die EADS-Tochter Astrium will mit einem eigens entwickelten Weltraum-Jet in das Geschäft mit Kosmos-Touristen einsteigen.

    Bei der Präsentation des Projektes sprach Unternehmenspräsident Francois Auque von der Hoffnung, dass sich das Engagement als rentabel erweist. Ein Drittel des Kuchens, zum Jahr 2020 auf 15 000 bis 20 000 Touristen geschätzt, wollen sich die Europäer unter den Nagel reißen.

    Robert Laine, technischer Direktor von EADS Astrium, führte aus, dass dem Projekt der Gedanke einer Mischung von Rakete und Flugzeug zugrunde liege.

    Mit gewöhnlichen Triebwerken wird das Fluggerät von jedem konventionellen Flughafen aus starten können. Wenn es nach 45 Minuten die Höhe von 12 000 Metern erreicht hat, wird ein Sauerstoff-Methan-Raketentriebwerk in seinem Heckteil gezündet. Binnen 80 Sekunden wird es auf diese Weise auf die Höhe von 60 Kilometern geschleudert, wobei die Schwerlast in der Größenordnung von 3 G liegen wird.

    Bei dem weiteren Aufstieg auf die Höhe von 100 Kilometern werden sich die Passagiere für drei Minuten in der Schwerelosigkeit befinden. Durch die Bullaugen können sie sich in dieser Phase des Anblicks der Erde erfreuen. Bei der anschließenden Verringerung der Flughöhe wird die Schwerlast über vier Minuten den Wert von 4,5 G erreichen.

    Diese Belastung sei, so beruhigen die Projektteilnehmer, niedriger als die, der ein Pilot eines modernen Jägers ausgesetzt ist. Außerdem sei die Vier-Mann-Kabine mit Spezialsitzen in Form von Hängematten ausgestattet, die dabei helfen, die Belastung besser zu verkraften.

    Nach einer kurzen Bremsphase in den dichteren Atmosphärenschichten würden wieder die Flugzeugtriebwerke gezündet, so dass das Gerät wie ein übliches Flugzeug landen könne.

    Nach der Kalkulation der Projektanten wird der 90-minütige Flug pro Teilnehmer etwa 150 000 bis 200 000 Euro kosten. Damit sind die Europäer bedeutend billiger als die russische Konkurrenz, die für den Flug mit der Sojus 20 bis 25 Millionen US-Dollar kassieren will, dafür aber einen längeren Flug anbietet.

    Für die geplanten Kosten von ungefähr einer Milliarde Euro sucht EADS Astrium gegenwärtig Investoren, die auch zur Übernahme von Produktions- und finanziellen Risiken bereit sind, sowie Geschäftspartner mit Erfahrungen im Edeltourismus. Wenn die Suche im Jahr 2008 zum Erfolg führt, könnte das Unterfangen in den Jahren 2012 - 2013 konkrete Formen annehmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren