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    Russische Wissenschaftler vor Tiefseeforschungen im Nordpolarmeer

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    Expedition in die Arktis (28)
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    SANKT PETERSBURG, 27. Juli (RIA Novosti). Russische Wissenschaftler, die mit einem Forschungsschiff unterwegs sind, wollen ihre Forschungen im Nordpolarmeer in großen Tiefen vornehmen.

    Das sagte Arkadi Soschnikow, stellvertretender Direktor des Arktischen und Antarktischen Forschungsinstituts, gegenüber RIA Novosti.

    „Zur Zeit befindet sich die ‚Adademik Fjodorow’ im Raum des Franz-Joseph-Landes. Heute beginnen die Vorbereitungsarbeiten für das Tauchen. Nach einer Tauchprobe wird das wichtigste Abtauchen vorgenommen, laut Plan ungefähr am 30. oder 31. Juli“, sagte Soschnikow.

    Das Tauchen mit bemannten Tiefseeapparaten („Mir-1“ und „Mir-2“) im Raum des Lomonossow- und des Gakkelrückens am Nordpolpunkt erfolgt erstmalig in der Geschichte. Die Tiefe erreicht in diesem Raum etwa 4200 Meter.

    Zum ersten Mal soll der Grundaufbau im polnahen Raum des nördlichsten Ozeans der Erde gründlich erforscht werden. Die Wissenschaftler planen, während des Tauchens Grundproben zu entnehmen und Muster der Fauna einzufangen. Außerdem wird am Boden eine Kapsel mit der russischen Fahne angebracht werden.

    Darauf planen die russischen Wissenschaftler eine umfangreiche Arbeit zur Präzisierung der Grenze des russischen Schelfs in einem Raum, der sich von den Nowosibirsker Inseln bis zum Pol erstreckt. Soschnikow verwies darauf, dass in der arktischen Zone Fachleute verschiedener Länder der Welt, darunter amerikanische, arbeiten. Die Informationen einiger Massenmedien, die russische Expedition werde von einem amerikanischen Spionageflugzeug beobachtet, rufen bei Soschnikow Befremden hervor. „In der Arktis fliegen mehr Maschinen als bei uns. Dort darf jedes Flugzeug fliegen und jedes Schiff fahren“, sagte er.

    Das wissenschaftliche Expeditionsschiff des Arktischen und Antarktischen Forschungsinstituts von Rosgidromet (Russischer Hydrometeorologischer Dienst) „Akademik Fjodorow“ lief, vom Eisbrecher „Rossija“ begleitet, am 10. Juli aus dem Hafen von Petersburg aus. Die Expedition heißt „Arktis-2007“. Am 23. Juli traf die „Akademik Fjodorow“ in Murmansk ein, wo sie Hubschrauber MI-8 und MI-8 MTW samt Besatzungen sowie einen Teil des Expeditionspersonals an Bord nahm. Das Schiff verließ Murmansk am 24. Juli. Das ist die 26. Reise der „Akademik Fjodorow“ in die hohen Breiten und die sechste Reise in die Arktis. In so hohen arktischen Breiten wird das Schiff nicht zum ersten Mal arbeiten. 2005 war es das erste Transportschiff der Welt, das ohne Hilfe eines Eisbrechers den Nordpol erreichte.

    Die Expedition „Arktis-2007“ gehört zu den größten, die Russland je durchgeführt hat und verläuft im Rahmen des am 1. März 2007 begonnenen Internationalen Polarjahres. An der Expedition beteiligen sich Mitarbeiter von mehr als zehn Forschungsinstituten Russlands und einigen ausländischen wissenschaftlichen Zentren. „Die Expedition muss eine wichtige Etappe werden bei der Vereinigung der Anstrengungen sowohl der russischen als auch der internationalen Forschungszentren bei der Erforschung der Prozesse, die heute in der Arktis vor sich gehen und das Klima der ganzen nördlichen Hemisphäre beeinflussen“, wurde am Institut gesagt.

    Beim zweiten Teil der Fahrt der „Akademik Fjodorow“ wird eine neue russische Driftstation, Nordpol-35, eingerichtet werden. Ihre Eröffnung wird in ein für die einheimischen Polarforscher bedeutsames Jahr fallen: Vor 70 Jahren nahm die erste Driftstation „SP-1“ (Sewernyj Poljus, Nordpol) ihre Arbeit auf. Während dieser Etappe der Expedition sollen vielschichtige Forschungen des Klimasystems der Arktis in den hohen Breiten durchgeführt sowie automatische Komplexe und Systeme für einen längeren Bobachtungszyklus im zentralen Teil des arktischen Beckens aufgestellt werden.

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