07:02 18 August 2017
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    Arktis-Forschungen: Russland will seine Schelfgrenze genau ermitteln

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    MOSKAU, 08. August (RIA Novosti). Die Untersuchung der vom Boden des Nördlichen Eismeeres entnommenen Proben wird ein halbes Jahr dauern.

    Das teilte Juri Leonow, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und Sekretär der Abteilung Wissenschaften der Erde, am Mittwoch nach einer Pressekonferenz gegenüber Journalisten mit.

    Dem Wissenschaftler zufolge sollen die Zusammensetzung des Gesteins, die Zeit seiner Bildung und der Gehalt an organischen Rückständen ermittelt werden.

    Die Besatzungen von zwei Tieftauchbooten des russischen Forschungsschiffes „Akademik Fjodorow“ waren am 2. August im Nördlichen Eismeer in eine Tiefe von mehr als 4000 Meter getaucht und hatten Grund- und Wassermuster vom Ozeanboden geholt, die zur Untersuchung des Aufbaus des Meeresbodens um den Nordpol erforderlich sind. Sollte Russland beweisen können, dass der Ozeanboden in diesem Raum ein Fortsatz der sibirischen kontinentalen Plattform ist, kann ein Teil des Arktisgebietes an Russland übergeben werden.

    Laut Leonow muss für diesen Zweck noch eine Reihe wissenschaftlicher Forschungen durchgeführt werden, darunter unter Einsatz von Geräten zum Sammeln von Bodenmaterial sowie durch das Niederbringen von Bohrungen.

    „Es wäre verfrüht, zu behaupten, dass der Meeresboden ein Teil der Sibirischen Plattform ist. Dafür sind umfassendere Forschungen erforderlich“, sagte Leonow.

    Wie der Staatsduma-Abgeordnete und Präsident des Polarforscher-Verbandes Artur Tschilingarow zu den Aufgaben der Arktis-Expedition sagte, „war das eine geographische Expedition, bei der wissenschaftliche Forschungen geführt wurden“.

    Laut Tschilingarow, der sich in einem der beiden Mini-U-Boote befunden hatte, war es eine extrem schwierige Entscheidung, als Expeditionschef das Kommando zum Herablassen auf den Ozeanboden zu geben.

    „Jede Expedition erfordert etwas Sinn für Abenteurertum“, sagte Tschilingarow.

    Er versicherte den Journalisten, dass Russland den Umfang seiner Arbeiten im Arktisgebiet erweitern wird.

    Wie Akademiemitglied Wladimir Fortow dazu äußerte, sind die arktischen Vorräte an Kohlenwasserstoffen mit denen in den Arabischen Emiraten vergleichbar und werden auf Hundertbillionen US-Dollar geschätzt.

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