23:17 23 November 2017
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    Absturz von Proton-Rakete kein Hindernis für Start eines Biosatelliten von Baikonur

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    MOSKAU, 11. September (RIA Novosti). Die Havarie mit der Proton-Trägerrakete nach deren Start am 6. September von Baikonur wird sich keineswegs auf den Start einer Sojus-Rakete mit einem Biosatelliten vom Typ Photon am 14. September auswirken.

    Es handelt sich um völlig unterschiedliche Raketentypen und -klassen, die in verschiedenen Werken gebaut und von verschiedenen Abschussbasen in den Weltraum befördert werden. Das sagte ein Sprecher der russischen Weltraumbehörde (Roskosmos) zu RIA Novosti.

    Ihm zufolge ist Proton eine schwere Rakete, deren Triebwerke mit hochtoxischem Heptyl betrieben werden. Sojus gehört dagegen zur Mittelklasse und wird mit umweltverträglichen Treibstoffkomponenten - Kerosin und Flüssigsauerstoff - betrieben.

    Wie es weiter hieß, werden die Proton-Raketen in Moskau und die Sojus-Raketen in Samara gebaut. Ihre Abschussbasen seien unterschiedlichen Typs und befänden sich in großer Entfernung voneinander.

    Die ballistischen Flugbahnen der Proton- und der Sojus-Raketen würden sich ebenfalls voneinander unterscheiden, deshalb könne die Havarie der Proton-Rakete den Start der Sojus-Rakete mit einem Biosatelliten vom Typ Photon keineswegs beeinflussen, hieß es.

    Eben deshalb werden die Arbeiten zur Vorbereitung der Sojus-U-Rakete mit dem Forschungssatelliten Photon-M auf den Start fortgeführt.

    Bei Photon-M handelt es sich um eine gemeinsame „Kreation“ der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) und von Unternehmen der Russischen Weltraumbehörde. Der Start der Sojus-U soll am 14. September um 15.00 Uhr Moskauer Sommerzeit von der Gagarin-Abschussbase des Raumbahnhofs Baikonur erfolgen.

    Der Raumapparat Photon-M ist für Experimente im Bereich der Werkstoff- und Biotechnologien ausgelegt. Der Flug soll zwölf Tage dauern, vorgesehen ist ein Reservetag. Die in dem Satelliten installierten wissenschaftlichen Apparaturen sind für physiologische und biologische Forschungen an Sandmäusen und anderen Tieren unter den Bedingungen eines Weltraumflugs bestimmt.

    Eines der interessantesten und prinzipiell neuen Experimente ist die Rückkehr der Landekapsel zur Erde mit Hilfe eines speziellen Seilsystems. An einem schmalen Seil wird die Landekapsel von dem weiter fliegenden Photon-Satelliten um 30 Kilometer in Richtung Erde heruntergelassen. Wenn die Kapsel die dichtere Atmosphäreschicht erreicht, wird sie abbremsen und zur Erde niedergehen.

    An dem Experiment sind Studenten und Aspiranten mehrerer ausländischer Hochschulen sowie der staatlichen Universität für Raum- und Luftfahrt Samara beteiligt.