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    NASA beobachtet superstarken stellaren Ausbruch im Sternbild Eidechse

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    MOSKAU, 20. Mai (RIA Novosti). Die US-Forschungssonde Swift hat an einem sonnenartigen Stern im Sternbild Eidechse einen Ausbruch von gewaltigen Ausmaßen registriert, der mit 1000 Sonneneruptionen vergleichbar ist, berichtet NASA.

    Auf der Sonne erfolgen regelmäßige Eruptionen, das heißt Explosionen, die enorme Energie freisetzen und die in den Zeiten der erhöhen Sonnenaktivität häufiger werden. Wenn eine Eruption auf der Sonne eine mit dem registrierten Rekordausbruch vergleichbare Stärke hätte, würden das Leben auf der Erde und die Erdatmosphäre völlig vernichtet, behaupten Wissenschaftler.

    Ihnen zufolge gehört der besagte Stern mit dem Namen EV Lacertae zu unseren Nachbarn - er liegt in einer Entfernung von nur 16 Lichtjahren zur Erde. Es handelt sich um einen roten Zwerg, wie sie die Mehrheit der Sterne im Weltall bilden. Die Helligkeit des Sterns entspricht ungefähr einem Prozent der Leuchtkraft der Sonne und seine Masse etwa einem Drittel der Sonnenmasse.

    "Das ist ein kleiner kalter Stern, der einen titanischen Ausbruch ausgelöst hat... Ein derartiger Ausbruch könnte die Atmosphäre eines bewohnten Planeten vernichten und alles Lebende auf seiner Oberfläche töten", sagt Rachel Osten, Mitarbeiterin des Goddard-Zentrums der NASA. Der Ausbruch wurde am 25. April erstmals mit Hilfe des im NASA-Satelliten Wind installierten russischen Gerätes Konus registriert. Das Röntgenteleskop der Raumsonde Swift hat den Ausbruch in weniger als zwei Minuten ermittelt und versucht, den Stern durch ein UV- und ein optisches Teleskop zu "betrachten", doch der Ausbruch war von einer so enormen Helligkeit, dass das Teleskop aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden musste.

    Die Leuchtkraft des Sterns im Röntgenbereich sank erst nach acht Stunden wieder bis zum ursprünglichen Wert ab.

    Der EV-Stern im Sternbild Eidechse ist zwar relativ nicht weit von uns entfernt, hat aber wegen seiner geringen Lichtausstrahlung eine Sterngröße von nur zehn Einheiten - das ist viel weniger, als das bloße Auge wahrnehmen kann. Dabei wäre der Stern während des Ausbruchs zwei Stunden lang mit bloßem Auge sichtbar gewesen, hätte er sich zu diesem Zeitpunkt in einem der Beobachtung zugänglichen Himmelsgebiet befunden.

    Der EV-Stern ist verhältnismäßig jung, sein Alter wird auf mehrere Hundertmillionen Jahre geschätzt. Der Stern umläuft die Sonne einmal in vier Tagen, das heißt er dreht sich etwas schneller, als die Sonne, die innerhalb von vier Wochen eine volle Umdrehung vollzieht.

    Die intensive Rotation des Sterns lässt starke Magnetfelder entstehen, die das Magnetfeld der Sonne um ein Hundertfaches übersteigen.

    "Die außerordentlich hohe Helligkeit beim Ausbruch hat uns die einmalige Möglichkeit geboten, die Sterneruption Sekunde für Sekunde zu untersuchen, um ihre Entwicklung zu sehen", sagt Stephen Drake vom Goddard-Zentrum.

    Da der EV-Stern nur ein 15-tel so alt wie die Sonne ist, wird dadurch ein Einblick in die frühere Geschichte des Sonnensystems möglich. Junge Sterne drehen sich schneller und lösen massivere Eruptionen aus, wie das in der ersten Jahrmilliarde in der Geschichte der Sonne der Fall war, als das Gestirn Millionen von Eruptionen hervorgerufen hatte, die die Erde und andere Planeten hätten zerstören können.

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