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    Chemie-Nobelpreis geht an drei US-Wissenschaftler

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    STOCKHOLM, 08. Oktober (RIA Novosti). Der diesjährige Chemie-Nobelpreis geht an drei Wissenschaftler aus den USA für die "Entdeckung und Erforschung eines grün leuchtenden Proteins", das zu einem der wichtigsten Werkzeuge in der Biologie wurde.

    Das verkündete das Nobelpreis-Komitee der schwedischen Königlichen Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm.

    Die Preisträger sind Osamu Shimomura, Mitarbeiter des Marine Biological Laboratory im US-Bundesstaat Massachusetts, Martin Chalfie von der Columbia University in New York und Roger Tsien von der University of California in San Diego.

    Das grün leuchtende Protein, das bei Bestrahlung mit ultraviolettem Licht grün fluoresziert, (green fluorescent protein - GFP) wurde in den 60er Jahren von Shimomura im Organismus einer Qualle entdeckt. In den 90er Jahren nutzte Chalfie dieses Protein erstmalig für die Erforschung der Zellenaktivität. Tsien trug zum allgemeinen Verständnis seiner Fluoreszenz bei.

    Heute wird das Protein für die Erforschung verschiedener biologischer Prozesse verwendet, indem es mit anderen Proteinen verbunden wird, wodurch deren Lage durch Fluoreszenz bestimmt werden kann.

    "Im lebenden Organismus gibt es tausende unterschiedliche Proteine, die für wichtige chemische Prozesse verantwortlich sind. Wenn diese Prozesse gestört werden, erkranken wir. Deshalb ist es für die Biologie äußerst wichtig, die Rolle der verschiedensten Proteine im Körper zu erforschen", heißt es in der Pressemeldung des Nobelpreis-Komitees.

    Der diesjährige Chemie-Nobelpreis ist mit zehn Millionen Schwedischen Kronen dotiert. Die Nobelpreise werden jährlich in Stockholm und Oslo verliehen. Sie wurden von Alfred Nobel (1833-1896), schwedischer Erfinder, Industriemagnat und Philosoph, 1867 gestiftet. Nobel erfand das Dynamit, das 1867 patentiert wurde. Die Preisübergabe findet am 10. Dezember, seinem Todestag, statt.

    Der Chemie-Nobelpreis wird seit dem Jahr 1901 verliehen.

    Im Vorjahr ging der Chemie-Nobelpreis an den deutschen Physiker Gerhard Ertl für dessen "Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen". Sie geben ein vollständiges Bild von Metallkorrosion oder der Arbeit eines Autokatalysators.

    Der einzige sowjetische Chemie-Nobelpreisträger war Nikolai Semjonow, ein Begründer der chemischen Physik. 1956 erhielt er diese Auszeichnung zusammen mit dem Briten Cyril Norman Hinshelwood für die Entwicklung eines Mechanismus chemischer Reaktionen.

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