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    Teurer Trip ins All: Wo versickern die Gelder in Russlands Raumfahrt? - "Gaseta"

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    MOSKAU, 06. März (RIA Novosti). Weltraumreisen als exklusivster Tourismus sind trotz der Finanzkrise und der deutlich teurer gewordenen Tickets nach wie vor populär, schreibt die Zeitung "Gaseta" am Freitag.

    US-Multimillionär Charles Simonyi teilte gestern im Sternenstädtchen bei Moskau mit, er habe für seinen zweiten Weltraumflug zu Internationalen Raumstation (ISS) 35 Millionen Dollar gezahlt.

    Die Raumfahrt begrüßt die Bereitschaft von Privatpersonen, den Weltraum auf eigene Kosten zu erobern. Veteranen der russischen Raumfahrt sind dagegen der Ansicht, dass man auch ohne dieses Geld auskommen kann.

    Simonyi sagte, er habe einen Rabatt bekommen, ohne dabei zu präzisieren, um wie viel Prozent. Auf der Webseite der Firma Space Adventures, die laut einem Abkommen mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos Touristenreisen zur ISS organisiert, sind bereits neue Preise zu sehen.

    Je nach dem Programm kostet der erste Flug 45 bis 55 Millionen Dollar. Die ersten Weltraumtouristen mussten für ihren Trip ins All 20 Millionen Dollar hinlegen.

    Gennadi Padalka, Kommandant des nächsten ISS-Expedition, betonte, dass Simonyi seiner Meinung nach "ein wahrer Held ist, der sich angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise entschlossen hat, ein internationales Projekt wie die ISS mit seinen Privatgeldern zu unterstützten".

    Raumfahrtveteranen stehen skeptisch zu den "zivilen" Kosmonauten. "Touristen sollten nicht mit staatlichen Apparaten fliegen", so Kosmonaut Georgi Gretschko, zweifacher Held der Sowjetunion. Er erinnerte daran, dass US-Touristen lange Zeit nicht in den amerikanischen ISS-Sektor zugelassen wurden. Der Weltraum sei vorläufig eine Sache von Profis, fügte Gretschko hinzu.

    Seiner Ansicht nach kann die russische Raumfahrt ohne "das Eintrittsgeld für den Jahrmarkt" auskommen. Der altgediente Raumfahrer wies darauf hin, dass die Verteilung der Gelder undurchsichtig sei, die die Touristen bezahlen. "Ich habe noch nie auch nur einen einzigen Rechenschaftsbericht gesehen", sagte er. "Überhaupt ist das ein merkwürdiges System. Für den ganzen technischen Teil sind wir verantwortlich, und daneben gibt es irgendeine ausländische Vermittlerfirma, die sich die Taschen füllt."

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