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    A/H1N1-Gefahr: Verstärkte Immunreaktion kann zum Tode führen

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    Das Grippevirus A/H1N1, auch als Schweinegrippe bekannt, enthält genetische Teile des Vogelgrippevirus H5N1, die bei gesunden Menschen heftige Immunreaktionen, darunter den so genannten Zytokinsturm, auslösen und zu tödlichen Lungenschäden führen können.

    MOSKAU, 06. Mai (RIA Novosti). Das Grippevirus A/H1N1, auch als Schweinegrippe bekannt, enthält genetische Teile des Vogelgrippevirus H5N1, die bei gesunden Menschen heftige Immunreaktionen, darunter den so genannten Zytokinsturm, auslösen und zu tödlichen Lungenschäden führen können.

    Das geht aus mehreren Artikeln hervor, die in der jüngsten Ausgabe des US-Journals "Viral Immunology", veröffentlicht wurden.

    Die bislang unbekannte Grippeart A/H1N1 war Ende April 2009 erstmals registriert worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat insgesamt 1490 Erkrankungsfälle durch das Influenza-Virus bestätigt. Nach dem Stand vom 5. Mai hat es insgesamt 30 Todesfälle, darunter 29 in Mexiko und zwei in den USA, gegeben.

    Wie Mediziner früher behauptet hatten, seien vor allem Kinder und ältere Menschen von dem "neuen" Grippevirus gefährdet. Die Verfasser verweisen jedoch darauf, dass das Virus der Vogelgrippe H5N1, dessen Teile im "neuen" Virus A/H1N1 enthalten sind, sehr oft zum Tod junger gesunder Menschen mit dem normalen Immunsystem führt.

    Die Wissenschaftler hatten früher die Vogelgrippe H1N1 als künftigen Auslöser einer weltweiten Grippepandemie betrachtet. Doch auch bei seiner hohen Mortalitätswirkung hatte das Virus der Vogelgrippe es nicht "gelernt", von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Menschen können sich nur durch Kontakte mit kranken Vögeln anstecken.

    Laut den Forschern können genetische Teile des Virus H5N1 bei jungen und reiferen Menschen eine unverhältnismäßig starke Antwort des Immunsystems auslösen. Hierbei handelt es sich um eine drastische Erhöhung der Zahl der vom Immunsystem erzeugten entzündungshemmenden Proteine - einen Zytokinsturm - in der Lunge. Dadurch wird die normale Funktion des Lungengewebes gestört, was unter Umständen zum Tode führen kann.

    Der Chefredakteur der Zeitschrift, David Woodland, verweist darauf, dass im Moment noch unzureichende Informationen über den jüngsten Grippeausbruch und den genetischen Aufbau des A/H1N1-Erregers vorliegen.

    Wie der Chef der russischen Veterinäraufsicht, Nikolai Wlassow, früher geäußert hatte, stellt ein mögliches Eindringen des Grippevirus A/H1N1 nach Indonesien und Zentralafrika, wo jetzt die Vogelgrippe sich ausbreitet, eine große Gefahr dar. Sollten die Grippeviren mutieren und Eigenschaften der Vogel- und der Schweinegrippe in sich verbinden, würde die Gefahr stark zunehmen, sagte Wlassow.

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