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    Sonnenfinsternis am Mittwoch von starkem Magnetsturm begleitet

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    MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Das Maximum der totalen Sonnenfinsternis vom Mittwoch ist zeitlich mit einem überaus starken geomagnetischen Sturm zusammengefallen.

    Das berichtet die Webseite des russischen Weltraumobservatoriums TESIS vom Physikalischen Institut "Lebedew" (FIAN) am Donnerstag.

    Nach den Angaben war zum Höhepunkt der Sonnenverdunkelung um 02:35 Uhr Weltzeit (04:35 Uhr MESZ) der seit sieben Monaten stärkste Magnetsturm auf der Erde ausgebrochen. Innerhalb einer Stunde stieg der Index der geomagnetischen Aktivität, der Kp-Wert, der seit Anfang Juli nur einmal den Pegel drei überschritten hatte, auf sechs auf der Zehn-Punkte-Skala. Dieser Kp-Wert entspricht einem Magnetsturm der zweiten Klasse.

    Der Magnetsturm dauerte rund neun Stunden. Etwa um 12:00 Uhr Weltzeit fand die Magnetosphäre ihr Gleichgewicht wieder.

    "Schwankungen mit einer so hohen Amplitude waren seit dem 11. Oktober 2008, das heißt seit über sieben Monaten, nicht mehr beobachtet worden", so die Mitteilung.

    Wie der wissenschaftliche Mitarbeiter des FIAN Dr. Sergej Bogatschow zu RIA Novosti sagte, kann ein Magnetsturm der zweiten Klasse die Energiesysteme der polnahen Regionen beeinflussen und sich auf Weltraumapparate auswirken sowie die Verbreitung von Hochfrequenz-Radiowellen in hohen Breiten stören. Solche Magnetstürme gehen oft mit Polarlichtern einher, die in den Breiten bis zu 50 Grad sichtbar sind.

    Laut der Webseite Spactweather wurden in den vergangenen Tagen tatsächlich starke Polarlichter beobachtet, die vorher nicht vorausgesagt worden waren.

    Laut den Teilnehmern des TESIS-Projektes überrascht ein Magnetsturm immer durch seine Urplötzlichkeit. Denn auf der Oberfläche der Sonne ist jetzt kein einziger Fleck und keine sichtbare Aktivitätszone zu sehen. Zudem sei in den letzten Tagen kein Ausbruch oder Auswurf von Masse registriert worden, heißt es.

    Ein Magnetsturm lasse sich auch nicht mit Schwankungen des Erdmagnetfeldes erklären. "Es kann vermutet werden, dass sich auf der Mondoberfläche unter der Einwirkung der ionisierenden Sonnenstrahlung elektrische Ladung ansammelt, die dann auf die Erde ‚abgeworfen' wird, und zwar unter gewissen Bedingungen...", so die Mitteilung.

    Die Vollphase der Sonnenfinsternis vom 22. Juli 2009 dauerte länger als üblich - sechs Minuten und 39 Sekunden.

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