11:22 22 August 2017
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    Forscher aus Russland und USA basteln an einem neuen chemischen Element

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    Im Vereinigten Institut für Kernforschungen Dubna (Moskauer Umland) ist am Montagabend ein Experiment zur Synthese des 117. Elements des Mendelejew-Periodensystems gestartet worden.

    MOSKAU, 28. Juli (RIA Novosti). Im Vereinigten Institut für Kernforschungen Dubna (Moskauer Umland) ist am Montagabend ein Experiment zur Synthese des 117. Elements des Mendelejew-Periodensystems gestartet worden.

    Dieses soll durch den "Beschuss" von Berkelium-249 mit Calzium-48-Kernen in einem Beschleuniger für schwere Ionen gewonnen werden.

    "Das Berkelium-Target, das am Vortag aus dem Forschungsinstitut für Kernreaktoren Dimitrowgrad (Gebiet Uljanowsk) gebracht worden war, ist in einem U-400-Zyklotron aufgestellt. Das Zyklotron ist angefahren worden und das Experiment hat begonnen", sagte der Direktor des Labors für Kernreaktionen "Flerow" des Institutes, Sergej Dmitrijew, am Dienstag zu RIA Novosti.

    In der Natur existieren keine Elemente mit Atomzahlen über 92, das heißt solche, die schwerer als Uran sind. Schwerere Elemente, etwa Plutonium, werden in Atomreaktoren und die Elemente mit Ordnungszahlen ab 100 (Fermium) nur in Beschleunigeranlagen durch den Beschuss mit schweren Ionen gewonnen. Durch die Fusion der Target- und der "Geschoss"-Kerne entstehen Kerne des neuen Elements.

    Im Flerow-Labor waren schon früher superschwere Elemente mit Ordnungszahlen von 112 bis 116 sowie das schwerste Element 118 gewonnen worden. Für die Synthese des bisher fehlenden 117. Elements war Berkelium-249 erforderlich, das Dutzende Millionen US-Dollar je Gramm kostet.

    Das laufende Experiment wird in Gemeinschaft mit Kernforschungszentren der USA durchgeführt. So hatte das nationale Labor Aukridge eigens für diesen Zweck 25 Milligramm Berkelium gewonnen und es an das russische Institut für Kernforschungen übergeben. Aus dem radioaktiven Stoff war im Forschungsinstitut Dimitrowgrad das Target hergestellt worden.

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