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    Genmodifizierter Reis in China gezüchtet: Experten warnen vor Gesundheitsschäden

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    Die in China entwickelten zwei neuen Arten von genmodifiziertem Reis bedrohen die Gesundheit und die Wirtschaft der Nation und können das ökologische Gleichgewicht auf dem Territorium des Landes stören, schreibt die Zeitschrift Beijng review in ihrer jüngsten Ausgabe.

    PEKING, 03. März (RIA Novosti). Die in China entwickelten zwei neuen Arten von genmodifiziertem Reis bedrohen die Gesundheit und die Wirtschaft der Nation und können das ökologische Gleichgewicht auf dem Territorium des Landes stören, schreibt die Zeitschrift Beijng review in ihrer jüngsten Ausgabe.

    Das chinesische Gesundheitsministerium hat Ende 2009 Sicherheitszertifikate für zwei Reissorten - Huahui 1 und Bt Shanyou 63 - ausgestellt, die eine höhere Resistenz gegen Schädlinge aufweisen.

    Nach Einschätzung von Biologen ist das neue Produkt, das Informationen auf Gen-Ebene auf Lebewesen übertragen kann, für die Menschen gefährlich. Denn modifizierte Gene unterscheiden nicht zwischen Tieren und Pflanzen beziehungsweise zwischen verschiedenen Art- und Gattungsgruppen.

    „Da diese Nahrungsmittel Insekten töten, ist nicht ausgeschlossen, dass sie auch den Menschen beim ständigen Verzehr schaden können“, sagte Prof. Jiang Gaoming vom Institut für Botanik.

    „Sobald der genmodifizierte Reis in die Nahrungskette voll eingefügt ist, wird er die Lebensmittel- und Umweltsicherheit stark beeinflussen“, äußerte der Greenpeace-Vertreter in China, Fan Lifeng.

    Ihm zufolge wurden bei Versuchstieren, die mit genmodifiziertem Reis gefüttert wurden, Allergien und ein Immunitätsabfall beobachtet.

    Der landesweit führende Pflanzenzüchter Yuan Lunping wendet sich ebenfalls gegen die Produktion von neuen Arten von genmodifiziertem Reis.

    „Genmodifizierte Organismen können sich in der Natur ausbreiten und sich mit anderen Organismen kreuzen. Kaum dass sie in der freien Natur aufgetaucht sind, gerät ihre genetische Expansion außer Kontrolle und kann eine umfassende ‚genetische Verschmutzung’ auslösen“, sagte der Wissenschaftler.

    So kann genmodifizierter Reis sich durch Bestäubung andere Reissorten anpassen. Aggressive, mutierte Reisgene könnten somit die ganze Vielfalt an Reissorten in China vernichten, wo bis zu 75 000 Arten dieser Getreidekultur angebaut werden.

    Die fehlende Vielfalt an Reiskulturen würde die Zuchtmöglichkeiten für neue Reissorten zunichte machen, warnen die Wissenschaftler.

    Fälle von „Gen-Expansion“ neuer Reissorten sind bereits in der Provinz Hubei registriert worden.

    Auch Wirtschaftsexperten sind über das Erscheinen von neuem genmodifiziertem Reis besorgt. Nach ihrer Einschätzung könnte die Massenproduktion dieser Nahrungsarten den chinesischen Reisexport beeinträchtigen, denn viele westliche Länder haben harte Einschränkungen für den Import von genmodifizeirten Lebensmitteln eingeführt.

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