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    Asteroid-Aufprall verursachte das Ende der Dinosaurier - Studie

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    Unter den langjährigen Meinungsstreit um die Ursache für den Untergang der Pflanzen- und Tierwelt vor 65,5 Millionen Jahren, wobei alle Dinosaurier ausstarben, kann endlich ein Schlussstrich gezogen werden.

    MOSKAU, 05. März (RIA Novosti). Unter den langjährigen Meinungsstreit um die Ursache für den Untergang der Pflanzen- und Tierwelt vor 65,5 Millionen Jahren, wobei alle Dinosaurier ausstarben, kann endlich ein Schlussstrich gezogen werden.

    Wie die Zeitschrift "Science" in ihrer Freitagsausgabe schreibt, wurde anhand einer gewaltigen Zahl an Daten bewiesen, dass die Katastrophe durch die Kollision der Erde mit einem großen Asteroiden ausgelöst worden war.

    Es handelt sich um das Massensterben von Lebewesen um die Wende von der Kreide- zur Paläogenzeit der geologischen Geschichte.

    Die Wissenschaftler hatten seit langem dieses Phänomen nicht erklären können. Vor etwa 30 Jahren wurde angenommen, dass der Zusammenstoß der Erde mit einem Riesen-Asteroiden einen drastischen und für viele Tierarten verhängnisvollen Klimawandel auf unserem Planeten verursacht hatte.

    In den letzten Jahren wurden jedoch alternative Hypothesen aufgestellt. Laut einer davon könnten die Tiere wegen dauernder Vulkantätigkeit auf dem Territorium des heutigen Indiens ausgestorben sein. Im Lauf von 1,5 Millionen Jahren hatte die Vulkantätigkeit die Emission von Schwefelverbindungen in die Atmosphäre ausgelöst, die zu einer Klimaabkühlung führten.

    "Die Asteroid-Hypothese ist heute fester untermauert, als vor 30 Jahren. Wir haben seit 1980 reichliche Informationen darüber gesammelt, dass es diese Kollision tatsächlich gegeben hatte. Zudem liegen zahlreiche Beweise dafür vor, dass das Massensterben eine direkte Folge dieses Phänomens war", zitiert der Pressedienst der Universität von Kalifornien den Ozeanographen und Mitautor der Studie, Richard Norris.

    Norris gehört dem 41-köpfigen internationalen Forscherteam an, das in seinem wissenschaftlichen Beitrag dazu aufruft, den Streit zu beenden und die Asteroid-Theorie des Aussterbens der Dinosaurier und anderer Tierarten sowie die Haltlosigkeit der anderslautenden Konzeptionen anzuerkennen.

    Die Forscher haben in ihrer Studie die Erfahrungen von Paläontologen, Geologen, Geochemikern und Geophysikern sowie von Klimaexperten und anderen Fachleuten zusammengefasst und ausgewertet.

    Für die Asteroid-Hypotese sprechen vor allem das Fehlen von Dinosaurier-Fossilien in der Zeit nach der Kollision sowie die von Paläoozeanographen registrierte drastische Veränderung bzw. Verkleinerung der Meeresorganismen. Die Fossilien von damals zeugen von einem schnellen Aussterben von Tieren wegen katastrophaler Wandlungen in der Natur, nachdem gewaltige Schwefelverbindungen in die Atmosphäre ausgestoßen worden waren. Dies löste ergiebige saure Regenfälle, die Absorption und die Abschirmung von Sonnenenergie aus, was eine abrupte Abkühlung zur Folge hatte.

    Zudem haben die sedimentären Gesteine aus dieser Zeit einen abnorm hohen Gehalt an Iridium, einem schweren Element, das auf der Erdoberfläche nur sehr selten vorkommt, dafür aber in kleineren Himmelkörpern - Asteroiden - weit verbreitet ist.

    Die Wissenschaftler haben späterhin herausgefunden, dass der Asteroid am Meeresboden in der Nähe der mexikanischen Halbinsel Yukatan niedergegangen war. An diesem Ort wurde der Krater Chiksulub mit einem Durchmesser von 180 Kilometern und einer Tiefe von 40 Kilometern entdeckt.

    Nach neuesten Angaben hatte sich der Asteroid mit einem Durchmesser von zehn bis 30 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von mehr als zehn Kilometern in der Sekunde bewegt.

    Wie der Mitautor der Studie Gareth Collins vom Kaiserlichen College in London der Zeitung "The Telegraph" sagte, erwies sich dieser für alle Dinosauerer verhängnisvolle Tag für die Säugetiere, die bis dahin im Schatten der Riesensaurier gelebt hatten, als schicksalsträchtig. Das sei ein Wendepunkt in der Geschichte der Erde gewesen, der es dem Menschen ermöglicht habe, eine dominierende Stellung auf dem Planeten zu beziehen.