02:58 24 November 2017
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    Russland will bei Raumflügen auf flügellose Kegel setzen

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    Das neue russische Raumschiff für Orbit-Flüge wird einem Kegel ähneln und keine Tragflächen haben, sagte Witali Lopota, Chef der Raketen-Holding Energia, und bekräftigte die Pläne für einen Atomantrieb für Missionen zu anderen Planeten.

    MOSKAU, 25. März (RIA Novosti). Das neue russische Raumschiff für Orbit-Flüge wird einem Kegel ähneln und keine Tragflächen haben, sagte Witali Lopota, Chef der Raketen-Holding Energia, und bekräftigte die Pläne für einen Atomantrieb für Missionen zu anderen Planeten.

    Lopota sagte am Donnerstag in einem Interview für den Auslandssender „Stimme Russlands“, das neue russische Raumschiff für Orbit-Flüge werde äußerlich gewissermaßen dem russischen Sojus- und dem US-Schiff Apollo ähneln: „Das wird eine Art Kegel sein“.

    Dass sich der Schiffsrumpf beim Eintritt in die Atmosphäre drastisch erhitze, bereite den Konstrukteuren viele Schwierigkeiten: „Um bestmögliche aerodynamische Qualitäten zu bewahren, mussten wir auf die Flügel verzichten“.

    Wie Lopotas Stellvertreter Nikolai Brjuchanow zuvor mitteilte, soll das neue Raumschiff auch keine Fallschirme bei der Landung nutzen. Feststoff-Raketentriebwerke sollen in 1.000 Meter Höhe anspringen, um die Geschwindigkeit zu dämpfen. Ab 2018 soll das neue Schiff in bemannter Modifikation laut Brjuchanow in den Testbetrieb gehen, um dann Orbit-Flüge zu übernehmen.

    Für Fernflüge seien aber Atomantriebe nötig, denn diese seien viel effizienter als die gegenwärtigen chemischen Triebwerke, so Lopota weiter. Künftig werde chemischer Treibstoff offenbar nur dazu dienen, Nutzlasten auf Erdumlaufbahnen zu bringen. Für Fernflüge zu anderen Planeten kämen voraussichtlich „Schleppschiffe mit Atomkraft als Hauptenergiequelle“ zum Einsatz.

    Anatoli Korotejew, Chef des Keldysch-Forschungszentrums, hatte im Oktober gesagt, der Bau eines Raumschiffes mit einer „Kernenergie-Anlage der Megawatt-Klasse“ beginne möglicherweise gegen 2018. Falls das Projekt finanziert werde, lägen gegen 2012 die technischen Entwürfe und Computermodelle vor.

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