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    Russland befürchtet Status-Verlust als Weltraummacht

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    Solange der geplante Weltraumbahnhof im Fernost-Gebiet Amur nicht zustande kommt, läuft Russland immer das Risiko, vom Ausland unter Druck gesetzt zu werden, warnte die nationale Raumfahrtbehörde Roskosmos.

    MOSKAU, 26. März (RIA Novosti). Solange der geplante Weltraumbahnhof im Fernost-Gebiet Amur nicht zustande kommt, läuft Russland immer das Risiko, vom Ausland unter Druck gesetzt zu werden, warnte die nationale Raumfahrtbehörde Roskosmos.

    Ohne Weltraumbahnhof auf seinem Territorium könne Russland nicht als unabhängige Weltraummacht gelten, sagte Roskosmos-Vize Viktor Remischewski am Freitag auf der Innovations-Konferenz InfoSpace in Moskau.

    Die bestehenden Raketen-Startplätze in den russischen Gebieten Archangelsk, Astrachan und Orenburg, die für unbemannte (vorwiegend militärische) Starts dienen, decken laut Remischewski den Bedarf der russischen Raumfahrtbranche nur zu 30 Prozent ab. Deshalb sei Russland nach wie vor gezwungen, den in Kasachstan liegenden Weltraumbahnhof Baikonur zu nutzen.

    Russland zahle jährlich 115 Millionen US-Dollar als Pachtgeld und gebe außerdem „riesige Summen“ für die Wartung der Baikonur-Infrastruktur aus. Trotzdem werde seit Jahren mit Kasachstan gestritten, wer eigentlich der Eigentümer dieser Infrastruktur sei.

    Da Raketen außerdem über Kasachstan und weitere Länder flögen, laufe Russland ständig das Risiko, im Fall möglicher Pannen wegen Umweltschäden unter Druck gesetzt zu werden.

    Vor diesem Hintergrund werde der geplante Weltraumbahnhof Wostotschny im russischen Fernen Osten ermöglichen, „äußerst komplizierte wirtschaftliche und politische Fragen“ zu klären, so Remischewski. 2011 sollen die Bauarbeiten dort beginnen, für 2015 ist der erste unbemannte Start geplant. Das erste bemannte Raumschiff startet vom neuen Kosmodrom voraussichtlich im Jahr 2018.

    Fotoreihe: 55 Jahre Weltraumbahnhof Baikonur