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    Kröten spüren herannahende Erdbeben - Studie

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    Ein Massenexodus von Kröten aus ihren heimischen Brutgebieten wenige Tage vor einem Erdbeben ist erstmals wissenschaftlich nachgewiesen und beschrieben worden. Diese Erkenntnis könnte bei der Vorhersage von tektonischen Veränderungen der Erdkruste angewendet werden.

    MOSKAU, 31. März (RIA Novosti). Ein Massenexodus von Kröten aus ihren heimischen Brutgebieten wenige Tage vor einem Erdbeben ist erstmals wissenschaftlich nachgewiesen und beschrieben worden. Diese Erkenntnis könnte bei der Vorhersage von tektonischen Veränderungen der Erdkruste angewendet werden.

    Das geht aus einer Studie hervor, die am Mittwoch im wissenschaftlichen Magazin Zoology veröffentlicht ist.

    Die Verfasser - ein Forscherteam unter Leitung von Rachel Grant von der britischen Offenen Universität London - hatten gewöhnliche Kröten (Art Bufo bufo) beobachtet, die nur einen Monat im Jahr laichen, um den Einfluss des Mondzyklus auf die Fortpflanzung dieser Tiere zu erforschen.

    Die Wissenschaftler fanden heraus, dass 96 Prozent der Krötenmännchen fünf Tage vor dem verheerenden Erdbeben in der italienischen Stadt L’Aquila vom 6. April 2009 ihren Teich verlassen hatten und erst nach wenigen Tagen, nach dem Abebben der leichteren Nachbeben, zurückkehrten. Das 74 Kilometer vom Epizentrum des Bebens gelegene Gewässer war drei Tage vor dem Erdbeben von allen dort heimischen Kröten verlassen worden.

    „Unsere Angaben sprechen dafür, dass die Kröten Anzeichen für eine seismische Aktivität, solche wie Emissionen von radioaktiven Gasen und geladenen Teilchen, registrieren und dadurch den Folgen einer Naturkatastrophe entgehen können“, zitiert der Pressedienst der Londoner Gesellschaft für Zoologie Rachel Grant.

    Die Forscher können die Fähigkeit der Kröten, Wandlungen in der Umwelt zu registrieren, noch nicht erklären. Sie rechnen jedoch damit, dass ihre Forschung in Zukunft dem Aufbau eines Systems von Erdbebenprognosen dienlich sein kann.

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