23:08 22 Oktober 2017
SNA Radio
    Wissen

    Forschung: Iran stürmt an die Weltspitze, Russland bleibt zurück – „Nesawissimaja Gaseta“

    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 40720

    Das kanadische Beratungsunternehmen Science-Metrix hat nach einer Analyse der weltweiten Statistiken zu wissenschaftlichen Arbeiten in den vergangenen 30 Jahren befunden, dass Irans Wissenschaft sich am schnellsten entwickelt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    MOSKAU, 29. April (RIA Novosti). Das kanadische Beratungsunternehmen Science-Metrix hat nach einer Analyse der weltweiten Statistiken zu wissenschaftlichen Arbeiten in den vergangenen 30 Jahren befunden, dass Irans Wissenschaft sich am schnellsten entwickelt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Unterdessen gehen in Russland die Debatten unter den Politologen und Philosophen weiter, ob ein Land mit so großen Kohlenwasserstoffvorräten wie Russland seine Abhängigkeit vom Rohstoffexport überhaupt loswerden könne. Irans Beispiel beweist, dass es möglich ist, wenn das Land nur daran arbeitet.

    Iran hat die zweitgrößte Wirtschaft in der islamischen Welt nach der Türkei. Iran verfügt über 16 Prozent der weltweiten Gasvorräte. Iran ist der viertgrößte Ölexporteur in der Welt, der zweitgrößte in der OPEC und der wichtigste Öllieferant Chinas. Bei seinem Überfluss an Kohlenwasserstoffen hat sich Irans Wissenschaft elfmal schneller entwickelt als der weltweite Durchschnitt. Die Türkei kann auf seinen zweiten Platz stolz sein: Ihre Bemühungen zum wissenschaftlichen Fortschritt sind fünfmal höher als der globale Durchschnitt.

    Was Iran und die Türkei erschaffen haben, egal ob es um neue Silicon Valleys, Nanostädte oder High-Tech-Cluster geht, ist nicht genau bekannt. Tatsache ist, dass die meisten Beiträge iranischer Forscher unorganische Chemie, Kernchemie und -physik sowie Elementarteilchenphysik zum Thema haben Die Zahl der Veröffentlichungen über die Kernenergie ist in Iran in den vergangenen drei Jahrzehnten 250-mal schneller als der Weltdurchschnitt gestiegen.

    Russland hat hingegen begonnen, Milliarden Rubel in ein exotisches Programm für Anlockung ausländischer Wissenschaftler zu investieren. Mitte April hatte Regierungschef Wladimir Putin beschlossen, von 2010 bis 2012 für die Anwerbung von führenden Wissenschaftlern aus dem Ausland als Gastdozenten 12 Milliarden Rubel auszuschütten (1 Euro = ca. 39 Rubel).

    Doch wozu sind Wissenschaft und High-Tech in einem Land nötig, das keine normale moderne Industrie hat, keine neue Wohnungen für fünf Millionen Bürger, die in baufälligen Häusern leben, bereitstellen kann und fast keine modernen Autobahnen baut?

    High-Tech, Offshore-Programmierarbeiten, Silicon Valleys und Supercomputerzentren sind nur der Überbau einer industriellen Basis. Doch die Kosten für die Errichtung von Kraftwerken sind in Russland dreimal höher als in China. Vielleicht lässt sich damit erklären, dass Russland nur ein Prozent der globalen Summe bei der staatlichen Finanzierung der Wissenschaft ausmacht? Der Beitrag von China ist fünfmal höher.