20:27 25 Februar 2020
SNA Radio
    Wissen

    Klimaforscher führen Gluthitze 2010 auf Antizyklon über Eurasien zurück

    Wissen
    Zum Kurzlink
    Russland brennt (224)
    0 0 0
    Abonnieren

    Die extreme Hitze und Trockenheit im vergangenen Sommer in Russland ist Experten zufolge auf ein äußerst selten vorkommendes Zusammentreffen mehrerer Ursachen zurückzuführen: ein abnorm beständiges, blockierendes Hochdruckgebiet, die äußerst schwere Dürre im Raum des Kaspischen Meeres und den allgemeinen Temperaturanstieg infolge der globalen Klimaerwärmung.

    Die extreme Hitze und Trockenheit im vergangenen Sommer in Russland ist Experten zufolge auf ein äußerst selten vorkommendes Zusammentreffen mehrerer Ursachen zurückzuführen: ein abnorm beständiges, blockierendes Hochdruckgebiet, die äußerst schwere Dürre im Raum des Kaspischen Meeres und den allgemeinen Temperaturanstieg infolge der globalen Klimaerwärmung.

    Das sagte der Leiter des Lehrstuhls für Meteorologie und Klimakunde der geographischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität, Alexander Kislow, RIA Novosti. Da die genannten Ereignisse an sich selten und unabhängig voneinander seien, sei die Wahrscheinlichkeit ihres Zusammentreffens sehr gering, sagte der Gesprächspartner der Agentur.

    In einem Bericht des Präsidiums des wissenschaftlich-technischen Rates des Russischen Dienstes für Hydrometeorologie und Umweltkontrolle (Rosgidromet) und des wissenschaftlichen Rates für Klimatheorie der nationalen Akademie der Wissenschaften wird ein massiver, mehr als 16 Kilometer hoher Antizyklon über Eurasien am vergangenen Sommer als Hauptursache für die abnorme Hitze und Dürre bezeichnet.

    „Dieses fast unbewegliche Hoch hat den in dieser Höhe üblichen westlichen Winden den Weg gesperrt (blockiert)“, heißt es in dem Dokument. Den Wissenschaftern zufolge werden blockierende Hochs, die gewöhnlich drei bis fünf Tage dauern, recht oft in der Atmosphäre beobachtet, aber nur rund ein Prozent der blockierenden Antizyklone dauere länger als 16 Tage.

    „Im Sommer 2010 hat sich ein blockierendes Antizyklon rund 50 Tage lang gehalten, wobei die Kennzahl vom Sommer 1972, als eine ähnliche Wettersituation zu beobachten war, wesentlich übertroffen wurde. Die Uraschen für die Entwicklung solcher abnormer Prozesse müssen noch untersucht werden“, so das Dokument.

    Die Meteorologen erklären die abnorm lange Beständigkeit des Hochdruckgebietes mit der „Spezifik der wechselseitigen Beziehungen von Wellen  in der Atmosphäre“, einer besonderen Verteilung von Wärmequellen auf der Erdoberfläche und einer Reihe von klimatischen Wechselbeziehungen.

    Im europäischen Russland hatte ab Mitte Juni 2010 eine schwere, trockene Hitze geherrscht, die zwei Monate lang verheerende Wald- und Torfbrände auslöste. Giftiger Qualm breitete sich über die Region Moskau und andere Gebiete aus. Die russische Hauptstadt versank im Smog.







    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Russland brennt (224)

    Zum Thema:

    USA erweitern Sanktionen gegen Russland
    Verdächtiger von Volkmarsen: Untersuchungshaft wegen Mordversuchs
    U-Boot von US Navy verliert ein Stück Tarnkappe
    Estlands Präsidentin: Keine Gebietsansprüche an Russland – wegen Nato