13:57 14 Dezember 2018
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    Peruanische Kartoffeln siedeln in Pflanzen-Arche nach Spitzbergen um

    © Sputnik / Alexei Malgavko
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    Die "Arche Noah für Pflanzen" genannte Samenbank auf dem norwegischen Archipel Spitzbergen ist um die Samen von 1500 Arten von peruanischen Kartoffeln erweitert worden.

    Die "Arche Noah für Pflanzen" genannte Samenbank auf dem norwegischen Archipel Spitzbergen ist um die Samen von 1500 Arten von peruanischen Kartoffeln erweitert worden.


    Das berichtete die Organisation Global Grop Diversity Trust, die diese weltgrößte Kühltruhe und ihre Sammlung verwaltet, am Donnerstag mit. "Peruanische Kartoffeln sind in Gefahr. Der Klimawandel und Pflanzenkrankheiten bedrohen massiv die traditionelle Zucht in den Peruanischen Anden", sagte der Wissenschaftler Alejandro Argumedo, auf dessen Initiative das Saatgut nach Spitzbergen ausgeflogen wurde. In dieser abgelegenen Gegend werden die Samen gut aufgehoben sein, sagte er.

    Die Lagerräume wurden im Felsgestein ausgehoben und sind resistent gegen Klimawandel, Kriege und Epidemien, die für Mensch und Natur ernste Gefahren darstellen. Diese Pflanzen-Arche soll der Menschheit im Fall solcher globaler Katastrophen einen Neuanfang ermöglichen. Gegenwärtig werden auf Spitzbergen Samen von rund 525 000 Pflanzenarten im Permafrost bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius aufbewahrt. Vor allem sind das die wichtigsten Ernährungspflanzen wie Weizen, Reis, Mais, Hafer, Bohnen oder Kartoffeln. Der Ende Februar 2006 eröffnete Speicher reicht insgesamt für vier Millionen Samenkörner.

    Kartoffeln sind in Peru ein traditionelles Lebensmittel. Im peruanischen Hochgebirge werden Kartoffeln bereits seit über 8000 Jahren gegessen. Im Park Cusco im Heiligen Tal der Inka werden Kartoffeln diverser Sorten gezüchtet. Die Farbe der Früchte reicht von Schwarz über Rot, Dunkelrot und Gelb bis Weiß.

    "Der Klimawandel beschwört die Gefahr herauf, dass die traditionelle Kartoffelzucht in den Anden die Unversehrtheit der Kollektion nicht mehr garantieren kann", bemängelte Farmer Mino Mamani, der in der Mitteilung zitiert wurde. "Die Samen-Lagerung in Spitzbergen wird eine überaus wertvolle Ersatz-Kollektion schaffen. Dieser Speicher wurde im Interesse der gesamten internationalen Gemeinschaft eröffnet, und wir sind gewillt, ihn zu nutzen", betonte der Farmer.

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