04:56 24 November 2017
SNA Radio
    Wissen

    US-Militär stellt Affenversuche ein

    Wissen
    Zum Kurzlink
    0 510

    Die US-amerikanischen Militärforscher haben nach Angaben der „Washington Post“ dem Druck der Tierschützer und der Abgeordneten im Repräsentantenhaus nachgegeben und versprochen, die Versuche mit Nervengiften an Kleinaffen einzustellen.

    Die US-amerikanischen Militärforscher haben nach Angaben der „Washington Post“ dem Druck der Tierschützer und der Abgeordneten im Repräsentantenhaus nachgegeben und versprochen, die Versuche mit Nervengiften an Kleinaffen einzustellen.

    Grünen Meerkatzen (eine Primatengattung) wurden Substanzen mit nervenlähmender Wirkung injiziert, teilt die Zeitung mit. Die Tierversuche fanden im Zuge der Ausbildung des medizinischen Personals für die US-Armee statt, das sich damit Erste-Hilfe-Fertigkeiten für Soldaten im Falle des Einsatzes von Nervengas aneignen sollte.

    So hatte das Unternehmen Worldwide Primates im September 20 Grüne Meerkatzen von der Karibikinsel St. Kitts an die Militärhochschule Aberdeen geliefert, wo seit 2005 Versuche an Primaten durchgeführt werden. Zunächst bekamen die Kleinaffen eine Spritze mit einem Betäubungsmittel, dann wurde das nervenlähmende Präparat Physostigmin verabreicht. Nachdem die Militärmediziner die Leiden der Versuchstiere beobachtet und deren Zustand notiert hatten, gaben sie ihnen das Gegengift.

    Abgeordneter der Republikanischen Partei im Repräsentantenhaus, Rocco Bartlett, forderte, dass die Militärforscher die Tierversuche einstellen. Die Militärs versprachen, auf die Tests bis Jahresende zu verzichten.

    Die „Washington Post“ zitierte am Donnerstag Michael Elliott, einen Sprecher der US-Armee: Die Militärhochschule von Aberdeen „stellt“ die Versuche mit Nervengift an Primaten „allmählich ein“, hieß es.

    Das Präparat Physostigmin wird in der Medizin in winzig kleinen Dosen angewandt. Den Affen in Aberdeen wurde beinahe die 60-fache Dosis verabreicht, teilt die Zeitung weiter mit.

    Die US-amerikanischen Militärmediziner testen seit langem Wirkstoffe und Waffen an den Tieren. In den Jahren 1998 bis 2006 wurden von ihnen mindestens 11 000 qualvolle Toxizitätsprüfungen an Versuchstieren durchgeführt.