12:37 18 November 2019
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    ESA stellt Versuche zu Funkkontakt mit fehlgeleiteter Raumsonde Phobos-Grunt ein

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    Marsmond-Sonde Phobos-Grunt (90)
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    Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, Funkkontakt zur fehlgeleiteten russischen Marsmond-Sonde Phobos-Grunt herzustellen, hat die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) weitere Versuche aufgegeben.

    Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, Funkkontakt zur fehlgeleiteten russischen Marsmond-Sonde Phobos-Grunt herzustellen, hat die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) weitere Versuche aufgegeben.

    Das teilte die Behörde am Freitag in Moskau mit. Der Schritt sei mit der russischen Seite abgestimmt worden. Demnach würden die zum ESTRACK-Netz gehörenden ESA-Bodenstationen keine Funksignale mehr zur Phobos-Grunt senden. Zugleich versicherte die ESA, dass die Kapazitäten ihrer Bodenstationen für Kontakte mit der Sonde zur Verfügung stünden, sollte sich die Situation ändern.

    In der Nacht zum 23. November hatte die ESA-Station im australischen Perth zum ersten Mal nach dem Start der Sonde deren Signale empfangen. In der nächsten Nacht sendete Phobos-Grunt telemetrische Daten, die allerdings nicht entschlüsselt werden konnten. Am gleichen Tag erhielt die russische Bodenstation im kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur die ersten "lesbaren" telemetrischen Daten. Seitdem reagierte die Sonde nicht mehr auf Signale von der Erde.

    Die 13,5 Tonnen schwere Phobos-Grunt war in der Nacht zum 9. November von Baikonur gestartet. In der Zwischenbahn zündeten die Marschtriebwerke, die die Sonde auf eine Flugbahn zum Mars bringen sollten, aus bisher unbekanntem Grund nicht. Alle Versuche, den Apparat neu zu programmieren, schlugen fehl.

    In wenigen Wochen dürfte die Flugbahn der Phobos-Grunt stark sinken, die Sonde wird dann in die dichten Schichten der Atmosphäre eintreten und höchstwahrscheinlich zum größten Teil verglühen. Die Orte, wo die Trümmer niedergehen, könnten von Ballistik-Experten frühestens einen Tag vor dem eventuellen Einschlag berechnet werden.

    Die Phobos-Grunt sollte auf der Oberfläche des Mars-Mondes Phobos Bodenproben nehmen und sie zurück zur Erde bringen. Die etwa fünf Milliarden Rubel (knapp 120 Millionen Euro) teure spektakuläre Mission sollte 2,5 Jahre dauern.

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