21:23 20 August 2017
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    Weltraumkooperation: Russisch-kasachisches Projekt zu Baikonur seit Jahren verzögert

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    Kasachstan erwartet laut dem Vize-Chef der kasachischen Weltraumagentur, Meirbek Moldabekow, einen offiziellen Beschluss Russlands zum weiteren Schicksal des gemeinsamen Projektes für den Bau eines kosmischen Raketenkomplexes auf dem Gelände des Raumbahnhofes Baikonur.

    Kasachstan erwartet laut dem Vize-Chef der kasachischen Weltraumagentur, Meirbek Moldabekow, einen offiziellen Beschluss Russlands zum weiteren Schicksal des gemeinsamen Projektes für den Bau eines kosmischen Raketenkomplexes auf dem Gelände des Raumbahnhofes Baikonur.

    Russland und Kasachstan hatten im Dezember 2004 ein Abkommen geschlossen, das den Bau eines Raketenstartkomplexes mit dem Namen Beiterek für russische Angara-Trägeraketen auf dem von Russland gepachteten Gelände des Raumbahnhofes Baikonur vorsieht.
     
    Eines der Ziele des Projektes ist, die bereits bestehenden Startkomplexe zu modernisieren und neue, umweltverträgliche Rampenanlagen zu bauen.

    Wie Moldabekow in einem am Montag veröffentlichten Interview für die Wochenschrift „Megapolis“ äußerte, ist gegen etliche Punkte des Abkommens verstoßen worden. So hätte der Raketenstartkomplex Baiterek innerhalb von fünf Jahren, also zum Jahr 2010, gebaut werden sollen. Ursprünglich waren die Baukosten auf 223 Millionen US-Dollar veranschlagt und hätten mit Kreditmitteln finanziert werden sollen. Kasachstan und Russland hatten mit je  200 000 US-Dollar das Grundkapital des diesbezüglichen Gemeinschaftsunternehmens angelegt. 

    Die kasachische Seite war damit einverstanden, für das Projekt einen zinslosen Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren zu gewähren sowie den Bau der technischen und der Rampenanlage zu übernehmen. Russland sollte seine Angara-Raketen zur Verfügung stellen.

    Das Projektierungsstadium sei noch nicht abgeschlossen. „Der Raketenkomplex existiert noch nicht. Dabei muss das Gemeinschaftsunternehmen Baiterek ab dem Jahr 2011 Kreditzinsen zahlen. In dieser Situation kann das Projekt nicht umgesetzt werden“, so der Gesprächspartner der Zeitung.

    Inzwischen betragen die von der russischen Weltraumagentur Roskosmos genannten Baukosten schon 1,64 Milliarden US-Dollar, so Moldabekow. „Die Erörterung geht weiter und wir müssen abwarten, bis die russische Führung ihre weiteren Pläne in der Weltraumbranche klärt.“

    Der Beamte merkte zugleich an: „Wir haben gewusst, dass ein Raketenkomplex gleichen Typs auf dem Raumbahnhof Plessezk (in Nordrussland) gebaut wird. Aber die Raketenstarts von Plessezk sind um 20 Prozent weniger effektiv, als die von Baikonur…“.

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