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08:41 21 September 2019
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    „Satan“ im Weltraumeinsatz? Russische Atomrakete kann Asteroiden abschießen - Experte

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    Interkontinentalraketen wie die russische R-36M2 Wojewoda (Nato-Bezeichnung: SS-18 Satan) können laut einem Experten des russischen Staatlichen Makejew-Raketenzentrums zur Bekämpfung von Gefahren aus dem Weltall eingesetzt werden.

    Interkontinentalraketen wie die russische R-36M2 Wojewoda (Nato-Bezeichnung: SS-18 Satan) können laut einem Experten des russischen Staatlichen Makejew-Raketenzentrums zur Bekämpfung von Gefahren aus dem Weltall eingesetzt werden.

    Wie Sabit Saitgarajew, wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums im Gebiet Tscheljabinsk am Ural, wo im Februar ein mächtiger Meteoritenschauer niedergegangen war, zu RIA Novosti sagte, können die Satan-Raketen, mit einem Extra-Antrieb ausgestattet, mit Himmelskörpern von bis zu 100 Metern Durchmesser fertig werden.

     „Für den Kampf mit plötzlich auftauchenden Objekten von kleiner Größe sind Trägerraketen gut geeignet, die mit wenigen Abänderungen auf der Grundlage von mit Flüssigtreibstoff betriebenen ballistischen Interkontinentalraketen (…) vom Typ Wojewoda hergestellt werden und mehr als zehn Jahre im startbereiten Zustand bereitstehen können“, sagte der Wissenschafter. 

    Kryogene Treibstoffe (durch Tiefkühlen verflüssigte Gase, Red.), wie sie für Trägerraketen des Typs „Sojus“, oder „Angara“ verwendet werden, haben den Nachteil der geringeren Haltbarkeit – sie müssten vor dem Start aufgetankt werden, was mehrere Tage in Anspruch nehme, so der Experte. Daher sind sie ihm zufolge nicht für die Rettung der Erde vor kleineren Meteoriten geeignet, die erst wenige Stunden vor ihrem Aufprall entdeckt werden. 

    Eine mit einer dritten Raketenstufe oder einem Beschleunigungsblock ausgestattete Wojewoda-Rakete könne hingegen auch Objekte unschädlich machen, die nur fünf bis sechs Stunden vor ihrem berechneten Einschlag auf den Überwachungsgeräten auftauchen. Wie Saitgarajew ausführt, kann der Start einer derartig präparierten Satan-Rakete zehn bis zwanzig Minuten nach Eingehen des entsprechenden Signals erfolgen. Weitere zwei Stunden würde es dauern, bis die Rakete ihr Ziel erreicht. Davor, so der Experte, braucht es noch einmal eine Stunde, um den Raketenstart mit den Präsidenten anderer Länder abzustimmen und zwei Stunden um die Flugbahn des Himmelskörpers zu berechnen. 

    Sein Institut könne gemeinsam mit den russischen Raketenbauern das Weltraum-Segment zum Kampf gegen Asteroiden innerhalb der nächsten fünf-sechs Jahre realisieren, sagte der Weltraumforscher. Die nötigen finanziellen Mittel umschrieb er dabei als „annehmbar“.

     


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