16:46 23 Januar 2019
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    Jury filtert Kandidaten für Mars-Kolonie: 200.000 wollen One-Way-Ticket zum Roten Planeten

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    Über 200 000 Freiwillige aus aller Welt haben sich für die Mission „Mars One“ beworben, teilt CNN unter Hinweis auf den Mastermind des Projekts, den niederländischen Unternehmer Bas Lansdorp mit. Maximal 40 von ihnen kommen in die nähere Wahl, um im Jahr 2025 als erste Menschen zum Roten Planeten fliegen – und dort den Rest ihres Lebens zu verbringen.

    Über 200 000 Freiwillige aus aller Welt haben sich für die Mission „Mars One“ beworben, teilt CNN unter Hinweis auf den Mastermind des Projekts, den niederländischen Unternehmer Bas Lansdorp mit. Maximal 40 von ihnen kommen in die nähere Wahl, um im Jahr 2025 als erste Menschen zum Roten Planeten fliegen – und dort den Rest ihres Lebens zu verbringen.

    Die Idee des holländischen Ingenieurs, eine Marskolonie zu gründen, wird mit privaten Geldern (Sponsoren und Spenden) umgesetzt. Zunächst sollten die ersten vier „Aussiedler“ schon im Jahr 2023 zum Mars starten. Das Abflugdatum wurde jedoch auf 2025 verschoben. Der erste bemannte Marsflug soll geschätzte sechs Milliarden Dollar kosten. Laut „Mars One“-Gründer Lansdorp wurden bisher über 200.000 Dollar gesammelt.

    Auf der Website des Projekts wird ausgeführt, dass nach Bewerbungsschluss exakt 202 586 Kandidaten aus mehr als 140 Ländern vorliegen. Der Wunsch zur „Weltflucht“ ist dabei in den Vereinigten Staaten am größten: 24 Prozent der Möchtegern-Marspioniere sind US-Bürger. Auf den Rängen dahinter folgen Indien (10 Prozent), China (6 Prozent) und Brasilien (5 Prozent).  Aus Russland stammen mit vier Prozent ca. ebenso viele Bewerber wie aus Großbritannien, Kanada und Mexiko. Die Philippinen liegen mit 2 Prozent gleichauf mit Spanien, Kolumbien und Argentinien. Deutschland liegt mit einem Prozent der potentiellen Mars-Flieger gleichauf mit Australien, Frankreich, der Türkei, Chile, der Ukraine, Peru, Italien und Polen. 

    Bis Ende des Jahres wählt eine Jury nun Kandidaten für die zweite Runde. Aus den verbleibenden Freiwilligen sollen bis 2015 sechs bis zehn Kommandos zu je vier Personen gebildet werden, die in den darauffolgenden Jahren ein spezielles Trainingsprogramm durchlaufen. Zum Schluss bleibt ein Vierer-Team, das dann tatsächlich zum Mars geschickt wird – im Wissen, dass es noch keine Technologien für eine Rückkehr gibt. 

    Wie Bas Lansdorp mitteilte, soll der Landeapparat für sein Projekt auf der Nasa-Mars-Sonde „Phoenix" basieren, die 2008 erfolgreich auf dem Roten Planeten gelandet war und dort erste Wasserproben genommen hatte. Mit der Entwicklung der „Mars One“-Sonde wurde die US-Firma Lockheed Martin beauftragt. Den Orbiter für die Mission stellt das britische Unternehmen Surrey Satellite Technology her. 

    Forscher sind indes der Ansicht, dass  die „Mars-Kolonisatoren“ auf ernsthafte Schwierigkeiten stoßen werden. Einem Bericht im Journal „Science“ zufolge bekommt ein Mensch, der einen 360-Tage-Flug zum Mars und zurück auf sich nimmt, und 500 Tage auf dem Roten Planeten verweilt, dabei etwa dieselbe Strahlendosis ab, wie sie Astronauten im Laufe ihrer gesamten Karriere ausgesetzt sind.

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