01:26 14 November 2018
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    Erster Uran-Graphit-Reaktor der Welt wird in Sibirien 2015 entsorgt

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    Der erste graphitmoderierte Uranreaktor der Welt im Sibirischen Chemiekombinat soll zum Sommer 2015 samt Gebäude demontiert werden. Das teilte der russische Staatskonzern Rosatom am Montag mit.

    Der erste graphitmoderierte Uranreaktor der Welt im Sibirischen Chemiekombinat soll zum Sommer 2015 samt Gebäude demontiert werden. Das teilte der russische Staatskonzern Rosatom am Montag mit.

    Der Reaktor vom Typ EI-2 ist die erste Anlage dieser Art in Russland, die außer Betrieb gesetzt wurde. Der Meiler wurde 1990 gedrosselt. Das Sibirische Chemiekombinat gehört zum Brennstabhersteller TVEL, der Tochter von Rosneft ist.

    2012 hatte Rosneft beschlossen, fünf früher stillgelegte Industriereaktoren im Sibirischen Chemiekombinat außer Betrieb zu nehmen, und einen entsprechenden Terminplan erstellt. Der Reaktor EI-2 wird vor Ort entsorgt. Die dabei erprobten Technologien sollen künftig bei der Demontage der anderen graphitmoderierten Reaktoren im Sibirischen Chemiekombinat, in der Produktionsvereinigung Majak (Osjorsk bei Tscheljabinsk am Ural) und im Bergbaukombinat Schelesnogorsk (Region Krasnojarsk) eingesetzt werden.

    Die Demontage des Gebäudes des EI-2-Reaktors wurde vom Konzern Atomkomplekt ausgeschrieben. Der vertragliche Einstiegspreis beträgt 126,5 Millionen Rubel (2,636 Millionen Euro). Die Demontage soll nicht später als am 10. Januar 2015 beginnen und spätestens am 15. Juni 2015 zu Ende gehen.

    Zuvor waren verbrauchte Brennstäbe aus dem Reaktor entladen worden. Der Reaktorschacht wurde mit Beton gefüllt und abgedichtet. Demontiert wurden auch alle Ausrüstungen und Metallkonstruktionen des Reaktors.

    EI-2 war der erste Reaktor in der Geschichte, der neben waffenfähigem Spaltmaterial auch Strom erzeugte. Die Anlage wurde Anfang 1958 in Betrieb genommen. Im September 1958 wurde auf der Basis des Reaktors das Sibirische Atomkraftwerk in Betrieb genommen – das erste AKW in der damaligen Sowjetunion, das Strom und Wärme industriemäßig erzeugte. Ein Teil der Wärme wurde zur Heizung von Wohnhäusern sowie Produktionsgebäuden im Sibirischen Chemiekombinat abgeleitet, um das die geschlossene Stadt Sewersk entstand.

    Das Sibirische Chemiekombinat ist auf die Produktion von Uran für die Herstellung von AKW-Brennelementen sowie auf die Erzeugung von Strom und Wärme spezialisiert. In diesem Jahr wurde die gesamte Produktion von Uranhexafluorid in Russland auf dem Gelände des Kombinats konzentriert. Dieses Gas ist für die Herstellung von Kernbrennstäben nötig.

     

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