07:21 30 September 2020
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    Wegen mangelhafter Überwachungssysteme können jederzeit Asteroiden auf die Erde stürzen und große Verwüstungen anrichten.

    Wie Dr. Stephen Lowry, Dozent für Astronomie und Astrophysik an der University of Kent, sagte, sind die vorhandenen Überwachungssysteme nicht imstande, kleinere Asteroiden zu verfolgen, weshalb die Erde verwundbar ist.

    Er äußerte sich zu diesem Thema, nachdem mehr als 100 bekannte Astronomen, darunter Lord Martin Rees und Brian Cox, eine Deklaration unterzeichnet hatten, in der sie dazu aufriefen, die globalen Überwachungssysteme zu verbessern. Damit soll ermöglicht werden, bedrohliche Asteroiden zu vernichten bzw. in eine andere Richtung zu lenken. Das wurde von Lord Rees als eine der „wichtigsten Aufgaben der Menschheit" bezeichnet.

    Lowry stimmte zu, dass ein ständiges Risiko besteht, dass Asteroiden auf die Erde prallen.

    „Diese Bedrohung hat es immer gegeben. Doch das Problem besteht nicht nur in großen Asteroiden, sondern vor allem in denen mit einer Größe von zehn bis 100 Metern. Wir müssen uns gerade darum die größten Sorgen machen, weil diese kleineren Asteroiden unbemerkt vorbeifliegen".

    „Das Problem der kleineren Asteroiden besteht darin, dass wir über deren Aufenthaltsort nichts wissen und dass sie jederzeit auf die Erde stürzen können", so Lowry.

    Viele kleinere Asteroiden fliegen unbemerkt vorbei, weil sie mit den vorhandenen Überwachungssystemen nicht entdeckt werden können, wenn sie um die Erde kreisen.

    Mangelhafte Überwachungssysteme

    Im vergangenen Jahr trat ein rund 20 Meter großer Asteroid unbemerkt in die Atmosphäre ein und explodierte über der russischen Stadt Tscheljabinsk. Es kam zu einem großen Schaden. Etliche Menschen wurden verletzt.

    Knapp 1500 Menschen baten um medizinische Hilfe. Mehr als 7000 Gebäude wurden beschädigt. Die Reparaturkosten lagen bei rund 33 Millionen Dollar.

    Lowry zufolge ist der Asteroid von Tscheljabinsk ein Beispiel dafür, welche Gefahr mangelhafte Überwachungssysteme darstellen. Wäre der Asteroid auf ein dicht besiedeltes Gebiet gestürzt, wären die Folgen katastrophal gewesen.

    „Wenn ein 100 Meter großer Asteroid auf London stürzt, wird es zu umfangreichen Zerstörungen kommen. Ich möchte zwar niemandem Angst einjagen, doch sollte solch ein Asteroid auf die Erde stürzen, kommt es zu verheerenden Folgen."

    Vor rund 68 Millionen Jahren stürzte ein zehn Kilometer breites Gestein auf die Erde. Damals starben die meisten Dinosaurus-Typen aus. Experten zufolge kollidieren große Asteroiden und Kometen mit einer Größe von einigen Kilometern alle zehn Millionen Jahre mit der Erde.

    Eine Frage des Geldes

    In der von den Astronomen unterzeichneten Deklaration wird zu einer exponentiellen Erhöhung der Investitionen in die Überwachungstechnologien aufgerufen, damit künftige Katastrophen verhindert werden können. Mit der Deklaration soll die Gesellschaft besser über die Bedrohungen und Gefahren von Asteroiden informiert werden.

    „In unserem Sonnensystem gibt es einige Millionen Asteroiden, die mit der Erde kollidieren und eine Stadt zerstören könnten. Doch wir haben weniger als 10 000 von ihnen entdeckt — also nur ein Prozent. Wir verfügen über Technologien, um diese Situation zu ändern", heißt es in der Deklaration.

    Lowry betont, dass es äußert wichtig sei, die Überwachungsanlagen zu modernisieren, damit Großobjekte im Sonnensystem besser entdeckt werden können.

    „Wir brauchen große Teleskope auf der Erde und große Spezialteleskope im Weltraum. Vielleicht brauchen wir auch eine spezielle Radaranlage, um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie weit entfernt von der Erde sich die Asteroiden befinden. Doch alles liegt am Geld", so der Experte.

    Internationaler Tag des Asteroiden

    Teleskope bieten mehr Möglichkeiten, die Objekte im Weltraum zu entdecken, die sich der Erde annähern könnten. Eine Radaranlage wäre aber bei der Überwachung bei Tage hilfreich, weil dies mit einem Teleskop schwer zu machen ist.

    Lowry zufolge sollte die Finanzierung dazu aus Staatshaushalten erfolgen.

    Bei der Unterzeichnung der Deklaration wurde beschlossen, einen weltweiten Tag des Asteroiden zu begehen. Der erste weltweite Asteroiden-Tag wurde für den 30. Juni 2015 angesetzt. Damit soll die Aufmerksamkeit auf mit Asteroiden verbundene Gefahren gelenkt werden.

    Dieser Tag erinnert an den Jahrestag der Asteroid-Explosion 1908 über der Tunguska in Sibirien, bei der mehr als 80 Millionen Bäume auf einer Fläche von 2150 Quadratkilometern vernichtet wurden. Es gab eine Druckwelle wie bei einem Erdbeben mit der Stärke 5 auf der Richterskala.

    Der Tunguska-Meteorit war der größte Asteroiden-Zwischenfall auf der Erdoberfläche bzw. im erdnahen Raum in der modernen Geschichte.

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