03:22 16 Dezember 2019
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    Russland und China planen gemeinsame Mond-Mission

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    Russland und China bereiten einen Durchbruch in der Raumfahrt vor, vergleichbar mit dem ersten sowjetisch-amerikanischen Sojus-Apollo-Weltraumflug vor 40 Jahren. Russische Experten haben den Anfang der Entwicklung einheitlicher technischer Standards für bemannte Mondflüge von Russland und China kommentiert.

    Bei der Erschließung des Weltraums könnte China mit Russland auch außerhalb von niedrigen Erdumlaufbahnen kooperieren, sind Experten überzeugt.

    Russische und chinesische Weltraumforscher könnten Mitte der 2020er Jahre auf dem Mond landen, heißt es aus der russischen Raumfahrtindustrie. Moskau und Peking haben bereits vereinbart, ihre Raumfahrttechnik zu vereinheitlichen. Insbesondere sollen allgemeine Standards der Andockmodule, Stromanschlüsse und weiterer Anlagen erstellt werden. Nach Ansicht des russischen Raumfahrtexperten Alexander Schelesnjakow sollten keine technischen und psychologischen Probleme bei der Raumfahrt-Kooperation zwischen beiden Ländern entstehen: “Ich denke nicht, dass es ein kompliziertes Problem geben wird. In den 1990er-Jahren nutzte China aktiv sowjetische Entwicklungen auf dem Gebiet der Raumfahrttechnik zur Schaffung einer eigenen Basis. Sie verwendeten bereits unsere Standards. Deshalb sollte die Entwicklung von einheitlichen Standards und vereinheitlichter Technik kein großes Problem sein. Allerdings gibt es bei dieser Zusammenarbeit sehr empfindliche Bereiche. In Bezug auf die Technik für bemannte Flüge auf den Mond wird wohl transparent miteinander kooperiert. In Bezug auf militärische Entwicklungen und die Sicherheit des Staates wird es weiterhin intransparent bleiben. Sowohl bei uns als auch bei China.”

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    © Sputnik / Anton Denisow
    Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit im Weltraum war das erste Andockmanöver des sowjetischen und des amerikanischen Raumschiffs, "Sojus" und „Apollo“. Auch die gemeinsame Landung von russischen und chinesischen Kosmonauten auf dem Mond könne damit verglichen werden, ist Sergej Filipenkow, Redakteur der Zeitschrift „Aviapanorama“ und Experte auf dem Gebiet der Raumfahrtmedizin, überzeugt. Hinzu komme, dass China über ein großes Potential für die Erschließung des Mondes verfüge, sagt er.

    Bei der Erschließung des Mondes feiert China einige Erfolge. Seine mondumkreisenden Satelliten senden bislang tadellose Bilder von der Oberfläche des Mondes. Russland will China bei der geplanten Mondlandung mit Technologien unterstützen. China hat bereits sein Mondfahrzeug präsentiert und ist die dritte Weltraummacht, die einen Raumapparat auf dem Mond abgesetzt hat. Dass Peking mit Rovern auf dem Mond fährt, ist absolut realistisch. Es ist nicht ausgeschlossen, dass China seinen Rover mit einem eigenen Shuttle zum Mond bringen wird.

    Allerdings meinen die Experten, dass das russisch-chinesische Team auch mit der russischen Trägerrakete „Angara“ zum Mond fliegen könnte. Ein möglicher Startplatz ist der in der russischen Amur-Region im Bau befindliche Weltraumbahnhof „Wostotschny“. Russland könnte 2028 von dort aus den ersten bemannten Mondflug absolvieren.

    China seinerseits plant demnächst Stationen zur Entnahme von Gesteinsproben vom Mond. Obwohl die Sowjetunion und die USA bereits im Weltraum zusammengearbeitet haben, ist Chinas Mond-Mission ein Meilenstein. Schon allein deswegen, weil es auf dem Mond nur neun Landestellen gibt. Aber diese neun Stellen, an denen Gesteinsproben entnommen werden sollen, befinden sich allesamt auf der einsehbaren Seite des Mondes. Auf der Rückseite des Mondes gab es solche Experimente noch nicht. Doch dieses Gebiet könnte laut Experten von China kolonialisiert werden.

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    Tags:
    Mond-Mission, Weltraumbahnhof Wostotschny, Apollo-Raumschiff, Sojus-Raumschiff, Angara, Zeitschrift „Aviapanorama, Sergej Filipenkow, Alexander Schelesnjakow, Russland, China