21:10 15 Juli 2018
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    Strom für 50 Jahre: Russische Forscher entwickeln Mini-Atombatterien

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    Forscher der Polytechnischen Universität Tomsk wollen im kommenden Jahr die erste Partie von winzigen Atombatterien bauen, wie der Leiter des Lehrstuhls für Technische Physik, Igor Schamanin, am Dienstag RIA Novosti mitteilte. Die Batterien sollen in einem Werk des staatlichen Atomkonzerns Rosatom in Schelesnogorsk (Sibirien) produziert werden.

    Ein entsprechendes gemeinsames Projekt des Werks in Schelesnogorsk und der Sibirischen Luft- und Raumfahrt-Universität „Michail Reschetnjow“ zur Produktion von Strombatterien, die die bei einem „sanften“ Beta-Zerfall des Isotops Nickel-63 entstehende Energie nutzen, war zuvor bei einem Wettbewerb des russischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft als Sieger hervorgegangen. Dank dieses Projekts könnte eine neue Generation der autonomen Radioelektronik und Medizintechnik entstehen.

    „Dank unserem Forschungsmeiler werden wir aus dem Isotop Nickel-62 das Isotop Nickel-63 herstellen“, sagte Professor Schamanin. „Das ist ein instabiles Isotop, ein reiner Betastrahlen-Erzeuger mit einer geringen Strahlung und einer relativ langen Halbwertszeit. Auf seiner Basis kann die so genannte Atombatterie entwickelt werden, die bis zu 50 Jahre dienen könnte.“

    Nach seinen Worten ist die Tomsker Polytechnische Universität der einzige Dienstleister zur Bestrahlung der „Zielscheibe“, die aus dem stabilen Isotop Nickel-62 besteht. Diese Arbeit koste etwa 4,5 Millionen Rubel (umgerechnet etwa 725 000 Euro nach dem aktuellen Wechselkurs).

    „Wir müssen eine Technologie zur Herstellung von Nickel-63 entwickeln, und dafür eignet sich nicht jeder Meiler. Der Forschungsmeiler IRT-T der Tomsker Polytechnischen Universität ist geeignet“, so der Professor weiter. „Wir arbeiten bereits daran, und nächstes Jahr werden wir testweise die erste Partie von Nickel-63 herstellen, die für die Produktion der ersten Partie von Atombatterien bestimmt sein wird, die unsere Partner im Bergbau-Chemie-Betrieb in Schelesnogorsk herstellen werden.“

    Die Nachfrage nach zuverlässigen Energiequellen mit langer Betriebszeit ist nach seinen Worten sehr groß. Unter anderem sind sie für die Energieversorgung von Weltraumsatteliten nötig.

    „Derzeit werden sie mit riesigen Solarbatterien ausgestattet, die aber schwer zu warten und kaum geschützt sind, beispielsweise vor einem Meteoritenregen. Die Atombatterie ist dagegen sehr kompakt und erzeugt Energie für eine Laufzeit von 50 Jahren. Deswegen würde ein Satellit in Betrieb bleiben, egal ob er sich im Schatten oder nicht befindet“, ergänzte Professor Schamanin. Solche Batterien könnten ihm zufolge auch für andere Geräte, zum Beispiel für Herzschrittmacher, verwendet werden.

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    Atomenergie, Strom, Nickel-63, Ministerium für Bildung und Wissenschaft, Polytechnische Universität Tomsk, Igor Schamanin
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