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09:16 23 Oktober 2019
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    Schwarzes Loch

    Russischer Physiker hält „Übergang in andere Welten“ für möglich

    © Foto : NASA/JPL-Caltech
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    Selbst die klassische Theorie von Raum und Zeit lässt recht „exotische“ Phänomene zu, bestätigen russische Forscher im Hinblick auf die jüngste Vermutung von Physiker Stephen Hawking, dass ein rotierendes Schwarzes Loch fähig wäre, Informationen in ein anderes Universum zu übertragen.

    Der Astrophysiker Anatoli Tscherepaschuk, Leiter des Astronomie-Instituts bei der Staatsuniversität Moskau, erläuterte in einem Interview mit der Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“: „In einem Schwarzen Loch verlieren sich die Informationen. Es gibt keinen Ausweg aus diesem Loch, denn der Ereignishorizont lässt sich nur überwinden, wenn man sich schneller als das Licht bewegt. Doch es gibt leider keine solche Geschwindigkeit.“

    „Neben der allgemeinen Relativitätstheorie gibt es allerdings noch die Theorie der Quantenmechanik, wonach manche Photonen bei Quantensprüngen für winzige Sekundenbruchteile doch in der Lage wären, schneller als Licht zu fliegen. Möglicherweise hat Hawking diese Effekte als Grundlage genutzt, um Einsteins Theorie im Rahmen der Quantentheorie der Gravitation strenger zu betrachten. Man darf Hawking nicht ignorieren. Ich halte ihn für einen ernsten Forscher mit einem tiefgründigen Ansatz“, so Tscherepaschuk.

    Rosettennebel an der Grenze einer molekularen Wolke im Sternbild Einhorn (Monoceros)
    © Foto : Juan Ignacio Jimenez (Spain)
    Er sagte weiter: „Wenn man in ein rotierendes Schwarzes Loch fällt, so könnte man selbst im Rahmen der klassischen Theorie in andere Universen gelangen. In einem rotierenden schwarzen Loch sind Raum und Zeit dermaßen kompliziert, dass verschiedene Exotik dort möglich ist. Wenn man all dies auf Quantenebene zusammenfasst, wie Hawking es versucht, so gibt es vielleicht wirklich einen Übergang in andere Welten“.

    Alexander Lutowinow vom Institut für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften sagte dem Blatt, ein Schwarzes Loch könne entstehen, wenn ein riesiger Stern sterbe: „Dieser ist schon ausgebrannt, doch die Gravitationskraft wirkt nach wie vor. Es kommt zu einem unkontrollierten Zusammenpressen, zu einem Kollaps des Sternes. Gigantische Energie wird dabei freigesetzt, eine Supernova explodiert und es entstehen Stoßwellen. Im Ergebnis dieser Explosion fliegt die Hülle des Sterns auseinander – und in der Mitte bleibt ein kompaktes Objekt: ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch.“ Ein weniger als zehn Kilometer großes Schwarzes Loch könne dreimal so schwer sein wie die Sonne.  

    Es sei nicht möglich, sich einem schwarzen Stern unmittelbar zu nähern. Niemand wisse eigentlich, was hinter dem Ereignishorizont geschieht: „Ist es dort heiß oder kalt, zähflüssig oder fest? Niemand kann das sagen. Es gibt nur Hypothesen – wie jene von Stephen Hawking.“

    Bei der Erforschung Schwarzer Löcher kooperiert Russland laut Lutowinow mit dem Ausland. Das europäische Gammastrahlen-Observatorium Integral war 2002 von einer russischen Proton-Rakete ins All gebracht worden und wird nun von russischen Forschern mit genutzt. Außerdem soll das Observatorium Spektr-RG im Jahr 2017 in Betrieb gehen. Es trägt voraussichtlich ein deutsches und ein russisches Röntgenteleskop, die einander ergänzen sollen. „Anhand dieses Observatoriums werden wir in der Lage sein, alle massiven Galaxienhaufen im Weltall zu registrieren (davon gibt es vermutlich rund 100.000) sowie rund vier Millionen supermassive Schwarze Löcher in anderen Galaxien zu sehen“, so Lutowinow.

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    Tags:
    Weltraum, Schwarzes Loch, Institut für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften, Alexander Lutowinow, Anatoli Tscherepaschuk, Stephen Hawking, Russland