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15:21 21 September 2019
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    Nasa-Forscher: Eis am Südpol geht nicht zurück, sondern wächst

    © REUTERS / Pauline Askin
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    Eine Studie der US-Raumfahrtbehörde Nasa ergab, dass die Eisfläche und -masse am Südpol nicht zurückgeht, sondern vorübergehend wegen des in den letzten 10 000 Jahren angesammelten Schnees wächst.

    "Die von uns gesammelten Daten widerlegen nicht, dass die Antarktis eine immer größere Menge an Eis um die Antarktische Halbinsel und die Küste des Westteiles des Kontinents verliert. Das von uns entdeckte Phänomen betrifft die Ostantarktis und die inneren Regionen im Westen – die Eiszunahme übertrifft dort die Verluste in anderen Gebieten der Arktis", sagte Jay Zwally vom Goddard-Zentrum für Weltraumflug in Greenbelt (USA).

    Anhand den mit Klimasatelliten der Nasa und ESA von 1992 bis 2008 erhobenen Daten kamen Zwally und seine Kollegen zu diesen Schlussfolgerungen, die den offiziellen Schlussfolgerungen der Berichte des UN-Klimarats IPCC widersprechen.

    Die Wissenschaftler verwendeten Satellitenaufnahmen und Daten von den Satellitenhöhenmessern für die Bewertung zweier Parameter – der Dicke des Eises in verschiedenen Regionen der Antarktis und der Veränderungen der Fläche im Wechsel der Jahreszeiten. Zusätzlich wurden die seit 1979 gesammelten Niederschlagsmengen in der Antarktis zur Messung der Schneemenge in der Südarktis ausgewertet.

    Nachdem die Nasa-Forscher all diese Daten zusammengetragen hatten, fanden sie heraus, dass die antarktischen Gletscher in den letzten Jahren wuchsen und nicht schrumpften. Jedes Jahr nahm ihre Masse um 112 Milliarden Tonnen bis zum Beginn des neuen Jahrtausends und um 82 Milliarden Tonnen zwischen 2003 und 2008 zu.

    Arktis: Meereisfläche in 1979 bis 2014
    Arktis: Meereisfläche in 1979 bis 2014

    Wie es sich herausstellte, war der Schnee der Grund. Die jahrhundertealten Schneeablagerungen, die sich in der Ost- und der Zentralarktis in den letzten 10 000 Jahren ansammelten, bringen jährlich je etwa 200 Milliarden Tonnen neues Eis dazu.

    Bedeutet das, dass es nicht zum Klimawandel kommt? Laut den Wissenschaftlern hängt diese Frage damit nicht zusammen. Die Temperaturen steigen an, das Eis der Antarktis taut tatsächlich schneller als in den vorigen Epochen. Die Zunahme der Südgletscher wird vom Schnee aus den vorherigen Epochen ausgeglichen, als die Menge der Ablagerungen über der Antarktis merklich höher war.

    In 20 bis 30 Jahren soll nach den Berechnungen Jay Zwallys die Verlustmenge im Westen die Eismasse übertreffen, die in der unteren Schicht des zusammengepressten Schnees gebildet wird. Dann werden die Gletscher der Antarktis tatsächlich zu schrumpfen beginnen, wenn die Menschheit den Klimawandel nicht aufhalten wird.

    "Die guten Nachrichten bestehen darin, dass die Antarktis noch nicht zum Anstieg des Meeresspiegels beizutragen begann – im Gegenteil: sie senkt ihn um 0,23 Millimeter im Jahr. Aber das ist gleichzeitig eine schlechte Nachricht – jetzt wissen wir, woher dieser Zuwachs von 0,27 Millimeter kommt, die der IPCC-Bericht der Antarktis zuschreibt", sagt Zwally abschließend.

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    Tags:
    ESA, NASA, Jay Zwally, Antarktis