12:05 18 Dezember 2017
SNA Radio
    Wissen

    In Russland entstehen Fisch- und Insekt-Roboter für Aufklärungseinsätze

    Wissen
    Zum Kurzlink
    171419

    In Russland werden einem Zeitungsbericht zufolge neuartige Kleinroboter für Einsätze unter Wasser entwickelt. Sie ähneln Fischen – nicht nur rein äußerlich, sondern auch nach dem Bewegungsprinzip. Dies erschwert ihre Ortung durch fremde Radare. Der wichtigste Trumpf ist aber die Fähigkeit zu autonomen Missionen.

    Kleinroboter für Einsätze unter Wasser
    Kleinroboter für Einsätze unter Wasser

    Wie die russische Militärzeitung „Krasnaja Swesda“ berichtet, ist ein Forscherteam an der in Kursk ansässigen Staatsuniversität Südwest derzeit dabei, einen autonomen Untersee-Roboter für Aufklärungseinsätze zu testen.

    Am Lehrstuhl für Mechatronik und Robotertechnik werden kleine autonome Prototype gebaut, die ihre Aufgaben selbständig erfüllen sollen. Dabei wird ein bionisches Bewegungssystem verwendet: Bewegungen eines Lebewesens werden analysiert und dem jeweiligen Prototyp „beigebracht“. 

    Der jetzt zu testende Prototyp ist fischartig. Der zuständige Laborchef Andrej Jazun sagte dem Blatt, die erste Testphase ermögliche schon die Behauptung, dass die Neuentwicklung gegebenenfalls in der Lage sei, klassischen Untersee-Robotern Konkurrenz zu leisten. Sie sehe nicht nur als Fisch aus, sondern auch bewege sich im Wasser sehr ähnlich. Es sei gelungen, eine optimale Größe des Rumpfes und der Flossen sowie eine optimale Frequenz der Bewegungen zu finden. 

    „Dank der Geräusch-Parameter, die vom bionischen Bewegungsprinzip ermöglicht werden, lässt sich ein solcher Apparat durch klassische Sonare und Radare nicht orten. Dank seiner kleinen Abmessungen kann er an schwer zugängliche Orte gelangen“, so der Forscher.

    Wie es hieß, werden auch Roboter konzipiert, die Schlangen, Vögeln und Insekten ähneln. Als zentrales Projekt gilt aber der Fisch-Roboter. Darüber hinaus gibt es einen Prototyp mit klassischen Schrauben – bei den Tests konnte er eine Geschwindigkeit von fünf Meter pro Sekunde unter Wasser erreichen.

    Die Prototype sind in der Lage, sechs bis zehn Stunden unter Wasser zu bleiben und in 30 bis 50 Meter Tiefe zu operieren. Sie sind nicht nur für Aufklärungseinsätze geeignet, sondern auch dafür, den ökologischen Zustand von Gewässern zu beobachten, das Bodenrelief zu scannen und bei gefährlichen Tauchmissionen zu helfen.

    Die Fähigkeit zu autonomen Einsätzen gilt als wichtigster Trumpf dieser Entwicklungen im Vergleich zu ausländischen Pendants. Die russischen Kleinroboter sollen in der Lage sein, ihre Einsätze sowohl ohne menschliche Hilfe als auch ohne Kabel zu absolvieren. Sie sind mit GPS- und GLONASS-Navigationsgeräten ausgestattet. Der zuständige Operator braucht nur einige Schlüsselpunkte auf der Karte zu markieren – und der Roboter bewegt sich zwischen ihnen selbstständig, zumal er Optionen hat, um Hindernisse zu orten und zu umgehen.

    Die entsprechenden Forschungen an der Uni laufen seit rund zehn Jahren. Derzeit werden sie aus dem Russischen Forschungsfond finanziert. Dieser ist dafür zuständig, staatliche Zuschüsse für wissenschaftliche Projekte durch Wettbewerbe zu verteilen.

    Zum Thema:

    Russische Wissenschaftler bauen Kakerlaken-Roboter – Militär schon interessiert
    Russische Waffenschmiede entwickelt OP-Roboter
    US-Analysten zu künftigen Kriegen: Roboter kämpfen, Menschen beobachten
    Kampf der Roboter
    Tags:
    Roboter, Staatsuniversität Südwest, Kursk
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren