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07:08 23 September 2019
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    Wissenschaftler haben in Kenia Spuren von Massengräbern und Tötungen aus der Zeit des Altertums entdeckt

    Archäologen entdecken Spuren des ersten Krieges der Menschheit

    © REUTERS / Marta Mirazon Lahr/Cambridge University/
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    Wissenschaftler haben in Kenia Spuren von Massengräbern und Tötungen aus der Zeit des Altertums entdeckt, die allem Anschein nach auf den ersten Krieg in der Geschichte der Menschheit zwischen verschiedenen Gruppen der Jäger und Sammler zurückzuführen sind.

    Der Krieg soll sich vor etwa 10 000 Jahren ereignet haben, heißt es in einem Artikel der Zeitschrift “Nature”. 

    "Das Massaker in Nataruk ist ein wahres Zeugnis davon, dass Kriege die Menschheit seit dem Altertum immer begleitet haben. Die Überreste zeugen davon, dass jemand eine kleine Gruppe von Jägern und Sammlern tötete und sich nicht besonders um ihre Bestattung kümmerte. Das alles gibt uns ein einzigartiges Zeugnis davon, dass der Krieg in das Arsenal der „internationalen Beziehungen“ unter den Menschen des Altertums einging“, sagte Marta Lahr von der Universität Cambridge.

    Lahr und ihre Kollegen fanden Spuren eines der ersten großen Konflikte zwischen Menschen und von Kriegsverbrechen in der Geschichte der Erde — das zeigen die Ausgrabungen in der Ortschaft Nataruk westlich des Turkanasees im Norden Kenias. 

    Wissenschaftler haben in Kenia Spuren von Massengräbern und Tötungen aus der Zeit des Altertums entdeckt
    © REUTERS / Marta Mirazon Lahr/Cambridge University/
    Wissenschaftler haben in Kenia Spuren von Massengräbern und Tötungen aus der Zeit des Altertums entdeckt

    2012 hatten Forscher hier ein Massengrab von altertümlichen Menschen entdeckt – acht Männer und acht Frauen, von denen eine schwanger war, sowie sechs Kinder und fünf Erwachsene, deren Geschlecht nicht festgestellt werden konnte. Fast alle waren nach dem Zustand ihrer Knochen, der Pose und der Art der Bestattung eines gewaltsamen Todes gestorben.

    Die eingeschlagenen Schädel und Kratzer auf Rippen, Rückgrat- und Halsknochen lassen darauf schließen,  dass Pfeile und Stoßwaffen wie primitive Steine als Mordwerkzeuge dienten. Den Forschern zufolge wurden die Opfer nicht einmal begraben — die Mörder warfen ihre Leichen einfach in die Lagune des Turkanasees, der früher deutlich größer war als heute. 

    Die Versteinerungen sind etwa 9500 bis 10 500 Jahre alt – das spricht davon, dass wir es mit dem altertümlichsten Beispiel eines Krieges sowie Massentötungen und Totschlägen, die gewöhnlich den Kampf begleiten, zu tun haben. Der Auslöser dieses Gewaltkonflikts war allem Anschein nach der Zugang zur Küste des Turkanasees, dessen Wasser voller Fische war.

    "Das Gemetzel in Nataruk hätte sich beim Versuch eines Sammlerstammes ereignen können, der Ressourcen eines anderen Stammes – ihr Gebiet, Frauen, Kinder, Essen in den Töpfen, die wir hier gefunden haben, wegnehmen wollte. Das alles war von hohem Wert für die Sammler, wie auch ähnliche Gegenstände für die ersten Bauern, mit deren Erscheinen und dem Beginn  des Privateigentums auch die Kriege angefangen haben, so wie wir es zuvor dachten“, so Lahr.

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    Tags:
    Archäologie, Marta Lahr, Kenia