06:45 19 Dezember 2018
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    Viel Schlaf schlecht für die Gesundheit?

    Viel Schlaf schlecht für die Gesundheit?

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    Bei Menschen, die mehr als acht Stunden pro Tag schlafen, steigt das Risiko von Schlaganfällen, berichtet dailymail.co.uk unter Berufung auf US-Forscher.

    Wie eine Langzeit-Studie zeigt, an der fast 290.000 Menschen teilnahmen, sind sieben bis acht Stunden Schlaf optimal für die Gesundheit des Menschen und sein Herz- und Kreislaufsystem.

    Laut Wissenschaftlern aus New York nimmt das Risiko für Schlaganfälle bei denjenigen, die länger schlafen, um 146 Prozent zu. Weniger als sieben Stunden Schlaf erhöhen das Risiko um 22 Prozent.

    Die Forscher präsentierten die Ergebnisse ihrer Studie bei einer Konferenz der US-Assoziation für Schlaganfälle in Los Angeles, wobei Faktoren analysiert wurden, die das entsprechende Risiko beeinflussen. Berücksichtigt wurden Gesundheitsfaktoren, Lebensstil, Alter und Nationalität von 288.888 erwachsenen Teilnehmern der Studie, die von 2004 bis 2013 durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler analysierten zudem, wie lange die Menschen schliefen und wie viel Bewegung (Gehen, Schwimmen, Radfahren oder Gartenarbeit) sie hatten.

    Ein Mensch, der sieben bis acht Stunden pro Tag schläft und 30 bis 60 Minuten physische Übungen macht – drei bis sechsmal pro Woche – hatte die höchsten Kennzahlen bei der Vorbeugung von Schlaganfällen.

    Schlaganfälle sind die weltweit am meisten verbreitete Todesursache nach Herz- und Kreislaufkrankheiten und Krebs. Gehirntraumata, verursacht durch Erschütterungen, sind die Hauptursache von Schlaganfällen bei älteren Menschen. Rauchen, Übergewicht, Mangel an physischen Übungen und schlechte Ernährung – diese Faktoren erhöhen das Risiko für Schlaganfälle. Ein hoher Cholesterinspiegel, Herzrhythmusstörungen, Diabetes gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren.

    Es gibt bereits mehrere Beweise dafür, dass sieben bis acht Stunden Schlaf für die meisten Menschen gesund sind. Bei einer früheren Studie der Harvard School of Public Health hieß es unter Berufung auf einen Bericht von Wissenschaftlern der University of Warwick, dass diejenigen, die weniger als sechs Stunden bzw. mehr als acht Stunden pro Tag schlafen, ein schlechteres Gedächtnis haben und weniger entscheidungsfreudig sind.

    Teilnehmer des Seminars (zweiter von links Dr. Nitin Agrawal, vierter von links Professor Alexander Yashkov, vierte von rechts Jana Nabekanow, dritter von rechts Dr. Robby Schlund)
    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
    Die Wissenschaftler stellten ebenfalls fest, dass Menschen, die sechs bis acht Stunden schlafen, „länger leben und eine bessere Gesundheit haben. Diejenigen, die weniger als sechs Stunden schlafen, stoßen auf das Risiko eines früheren Todes“. Wenig Schlaf beeinflusst unmittelbar den Insulin-Spiegel, der die Energie über die Fettzellen des Körpers reguliert.

    Die Wissenschaftler sind sich nicht darin einig, warum viel Schlaf Probleme verursacht. Laut einer Version leidet bei Langschläfern die Qualität des Schlafs. Einer anderen Version zufolge wird mit mehr Schlaf die Zeit für Aktivitäten verringert. Schlechter Schlaf kann das Gedächtnis beeinträchtigen, das Gehirn verkleinern und mehr Stress verursachen.

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    Schlaf, Forschung, Konferenz, New York, USA