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    Russische Forscher bauen Nano-Satelliten für ISS-Projekt

    © Foto : Roscosmos/Sergei Volkov
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    Ein russischer Nanosatellit, der von Forschern der Staatlichen Universität für Luft- und Raumfahrttechnik in Samara (SGAU) im Rahmen des internationalen Projekts QB50 gebaut wird, wird 2016 vom japanischen Modul Kibo der Internationalen Raumstation (ISS) starten. Das berichtet der Pressedienst des Instituts.

    Derzeit implementieren die Forscher aus Samara den forschungstechnischen Komplex FIPEX, der in der Technischen Universität Dresden entwickelt und für die Messung von Monosauerstoff im erdnahen Raum bestimmt ist, in den Satelliten SamSat-QB50.  Darüber hinaus bereiten die Fachleute des Instituts die erforderliche Dokumentation für den Sonderausschuss für den Transport von Nutzlast zur ISS vor, um den Start des russischen Nanosatelliten mittels des Trennsystems NanoRacks mit Manipulator des japanischen Moduls Kibo genehmigen zu lassen.

    „Für uns ist das eine neue und sehr ernsthafte  Herausforderung, denn zurzeit besteht ein strenges Reglement für alle Arbeiten aus der Sicht der Sicherheit der ISS“, betonte der Leiter des interuniversitären Lehrstuhls für Raumforschungen der SGAU, Professor Igor Belokonow.

    SGAU ist die einzige russische Universität ist, die sich am europäischen Projekt QB50 beteiligt, das unter Schirmherrschaft des Von Karman Instituts für Strömungsmechanik (Belgien) seit 2009 realisiert wird. Die internationale Gruppierung von 50 Nanosatelliten steht vor der Aufgabe, ein Zeit-Raum-Modell für die Thermosphäre der Erde zu entwickeln und zu erforschen. Am Projekt sind führende Universitäten der Welt beteiligt – 37 Hochschulen aus mehr als 20 Ländern.

    SamSat-QB50
    © Foto : SGAU
    SamSat-QB50

    Derzeit arbeiten die Forscher der SGAU auch daran, den Sicherheitsgrad für den Start des geschaffenen Nanosatelliten zu erhöhen. „Der Start der internationalen Satellitengruppierung vom Modul Kibo der ISS sieht vor, dass Cubesats (Format von kleineren und Kleinstsatelliten für die Raumforschung) aus speziellen „Röhren“ mit einem Federsystem, je drei „Doppelsatelliten“ zugleich aus einem „Rohr“ herausfliegen werden, als würden sie sich gegenseitig herausstoßen“, teilte SGAU mit. Ein solches Startsystem stellt aus der Sicht der Forscher zusätzliche Ansprüche an die Sicherheit der Konstruktion des Apparats und den Schutz seiner Forschungsanlagen und des eigentlichen Startmoduls. „Herausragende oder aufklappende Konstruktionskomponenten,können beispielsweise das Herausfliegen des Nanosatelliten stören – er selbst könnte stecken bleiben und auch andere Cubesats nicht herausgehen lassen, was zu einer Notfallsituation führt, welche durch die Team auf der Station zu lösen ist“, erklären die Experten.   

    Um eine solche Situation vorzubeugen, nahmen die Forscher Änderungen an der ursprünglichen Konstruktion des Apparats vor. „Was die variable Geometrie und die teleskopische Konstruktion unseres Satelliten angeht, nahmen wir folgende Änderungen vor: die Stabilisierungsanlage wird ohne Luftdruck sondern mittels einer Feder aufklappen“, betonte Igor Belokonow.

    Grundsätzlich hat SamSat-QB50 die Form eines „Doppel-Cubesats“; nachdem die Erdbahn erreicht ist, klappt es auf und erhält die Form eines „dreifachen“ Würfels. Somit kann die Luftdruckkraft genutzt werden, die auf dieser Höhe wirkt, um die Längsachse nach dem Fluggeschwindigkeitsvektor zu stabilisieren, so die SGAU.

    Den genauen Termin für den Start und den Träger für die Beförderung von mehr als 40 Nanosatelliten des Projekts wird die Firma NanoRacks bestimmen, mit der das Von Karman Institut für Strömungsmechanik einen Vertrag für Startdienstleistungen abgeschlossen hat.

    Der russische Nanosatellit wird etwa in derselben Höhe wie auch die ISS – 380-430 Kilometer von der Erde – in Betrieb sein.

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    Tags:
    Satellit, SamSat-QB50, Internationale Raumstation ISS, Igor Belokonow, Samara