21:13 19 November 2019
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    Alien-Suche in Russland: Vizepremier und Astrophysiker klären auf

    © AFP 2019 / Patrik Stollarz
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    Nachdem Vizepremier Dmitri Rogosin die Suche nach einem außerirdischen Leben zu den Aufgaben der russischen Wissenschaft gerechnet hat, beschäftigt sich ein Astrophysiker mit der Frage, wie groß die Chancen auf Erfolg wären.

    Astrophysiker Wladimir Lipunow, Professor der Staatsuniversität Moskau, sagte in einem Interview mit sputniknews: „Wollen wir allgemein von der Suche nach einem Leben reden – dieses soll ja nicht unbedingt intelligent sein, sondern auch nur biologisch. Solches Leben existiert zweifelsohne im Universum. Das Problem der Suche nach einem Leben im Universum wird nicht bloß ein wichtiges, sondern das aktuellste Problem der nächsten Jahrzehnte.“

    Der für die Raumfahrt zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin hatte am Montag in einem Radiointerview gesagt, die Suche nach außerirdischen Zivilisationen zähle zu den Aufgaben der russischen Wissenschaft: „Eine weitere wissenschaftliche Aufgabe und überhaupt eine ewige Frage der Menschheit besteht darin, ob wir allein sind oder es noch jemanden gibt. Ausgehend von der Endlosigkeit von Zeit und Raum kann alles sein.“

    Lipunow kommentierte nun weiter, die Vorstellung von unserer Galaxis habe sich seit 20 Jahren kardial verändert: „Unsere Galaxis darf als Paradies fürs Lebens bezeichnet werden. Die Astronomen haben Tausende Planeten entdeckt. Wenn wir im Hinblick auf diese Entdeckungen verallgemeinern, können wir genau sagen, dass es in unserer Galaxis Milliarden Planeten vom Typ Erde gibt, wo Leben entstehen könnte.“

    „Seit mehreren Jahren wird die Errichtung eines ‚russischen Teleskops‘ aktiv diskutiert, das gemeinsam mit Spanien auf den Kanarischen Inseln aufgestellt werden soll. Sein Durchmesser soll 60 Meter betragen und damit größer sein im Vergleich zum amerikanischen und zum europäischen Pendant. Ein solches Teleskop könnte Spuren eines aktiven biologischen Lebens auf jenen Planeten sichten, die sich Hunderte Lichtjahre entfernt befinden. Den Namen für dieses Teleskop haben die Spanier vorgeschlagen: Gagarin“, so Lipunow.

    „Was die Außerirdischen betrifft, bin ich allerdings ein großer Pessimist. Stellen Sie sich vor, Sie wären vor einer Million Jahre auf der Erde mit einem Raumschiff angekommen. Was hätten sie gesehen? So ist die Wahrscheinlichkeit, Außerirdische zu finden, die von ihrem Entwicklungsstand her mit uns gleichzusetzen wären. Wahrscheinlich sollen sie uns entweder weit überlegen oder weit unterlegen sein“, erläuterte der Forscher.

    Er sagte zum Schluss: „Viel wichtiger für unsere Zivilisation  (darunter auch hinsichtlich eines Einflusses auf die Zukunft) wäre es, die eigentliche Möglichkeit eines Lebens auf anderen Planeten zu entdecken – zumindest in Form von Pflanzen. Wenn wir erfahren, dass das Weltall bereit ist, das Leben an verschiedenen Orten zu reproduzieren, würde dies unsere Vorstellung von ihm revolutionieren. Diese Aufgabe könnte im 21. Jahrhundert gelöst werden.“

    Wie die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ berichtet, wurde unterdessen der russische Kosmonaut Pawel Winogradow gefragt, ob er im Weltall Ufos gesehen habe. Er antwortete, im Weltraum könne man selbst ein abgesplittertes Stück Farbstoff irrtümlich für ein Ufo halten: „Im All gibt es ja kein gewohntes Koordinatensystem. Dieses Stück Farbstoff kann direkt hinter dem Fenster schweben, wobei der Eindruck entsteht, dass es Tausend Kilometer entfernt ist. Wenn es dazu noch glitzert, kann man es irrtümlich für ein unbekanntes Flugobjekt halten.“

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