14:54 05 Dezember 2020
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    Im größten Teil der westlichen Gesellschaft ist Monogamie eine soziale Norm. Doch wie es ursprünglich dazu kam, war bisher unklar. Forscher aus Kanada und Deutschland haben nun eine Antwort gefunden: Monogamie schützte die Menschen vor sexuell übertragbaren Krankheiten, die zu Unfruchtbarkeit führten, wie das Nachrichtenportal Lenta.ru berichtet.

    Anhand eines Computermodells haben Chris Bauch von der University of Waterloo in Kanada und Richard McElreath vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ergründet, wie die Bevölkerungsentwicklung und Epidemien zur Entstehung verschiedener sozialer Normen in Bezug auf das Sexualleben führten. Ihre Untersuchung stellten die Forscher im Fachmagazin "Nature Communications" vor.

    So konnten zum Beispiel Männer in den Gemeinschaften der Jäger und Sammler mit mehreren Frauen zusammenleben, um eine große Nachkommenschaft zu sichern. Die Zahl der Menschen in einer solchen Gruppe überstieg nur selten 30, daher kamen sexuell übertragbare Krankheiten nicht so oft vor.

    Doch als die Landwirtschaft aufkam und die Menschen sesshaft wurden, wurden diese Gruppen größer und solche Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydien-Infektionen verbreiteten sich schneller. Die Unfruchtbarkeit nahm zu und beeinträchtigte die Population. Daher waren Menschen mit nur einem Sexualpartner logischerweise im Vorteil und so setze sich die Monogamie als soziale Norm durch. 

    Wie die Wissenschaftler weiter betonen, gab es mehrere Mechanismen, die die Monogamie gefördert hätten. Die Abnahme häuslicher und anderer Konflikte als Folge monogamer Beziehungen hätte vermutlich ebenfalls monogame Gruppen gestärkt.

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    Krankheit, Deutschland, Kanada