00:28 23 November 2019
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    Auch Pilze sind xenophob - Studie

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
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    Biologen der Universität von Kalifornien in Berkeley haben festgestellt, dass die Zellen des mikroskopisch kleinen Schimmelpilzes Neurosporacrassa andere ihnen ähnliche Zellen finden und sich mit ihnen zu einer Kolonie vereinigen und dabei andersartige Pilzzellen ignorieren.

    Wie aus einer in der Zeitschrift „PLOS Biology“ veröffentlichen Studie hervorgeht, ist dieses xenophobische Verhalten durch Gene bedingt, die die chemische Kommunikation zwischen Pilzen sichern.

    Bekanntlich wirken soziale Mikroorganismen gern miteinander zusammen, wenn sie ähnliche Gene haben.

    Die Forschung ergab, dass die Sporen von Neurosporacrassa bei ihrem Auskeimen chemische Signale austauschen und dann miteinander verschmelzen. Die jeweilige Pilzkolonie teilt sich dabei in mehrere Cluster. Den Forschern zufolge „sprechen“ die Pilzstämme ein und dieselbe Sprache miteinander, können aber verschiedene „Dialekte“ gebrauchen, was sie daran hindert, zu verschmelzen.

    Die „Dialekte“ sind durch verschiedene Versionen von doc-Genen (determinant of communication) bedingt. Bemerkenswert ist, dass identische Pilzstämme mit verschiedenen doc-Genen sich nur in zehn Prozent der Fälle miteinander verbinden, während genetisch unterschiedliche Pilzstämme mit gleichen doc-Genen in 95 Prozent der Fälle eine Liaison eingehen.

    Dank der Sporenverschmelzung können die Pilze schneller ihre Kolonien entwickeln. Hierbei spielt die richtige Partnerwahl eine große Rolle, da die Unverträglichkeit von Zellen zu ihrem Tod führen kann.

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    Fremdenhass, USA