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    „Kannibalen“-Galaxie

    Hubble-Teleskop entdeckt „Kannibalen“-Galaxie

    © Foto : ESA/Hubble & NASA/ Judy Schmidt
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    Das Weltraumteleskop Hubble hat Aufnahmen der unweit von uns liegenden linsenartigen Galaxie NGC 4111 geschossen, die unlängst eine kleine „Satelliten-Galaxie“ geschluckt hat, von der nur noch Gas- und Staubringe geblieben sind. Diese Informationen sind auf der Hubble-Website veröffentlicht.

    Gigantisches Schwarzes Loch
    © NASA . ESA, and D. Coe, J. Anderson, and R. van der Marel (STScI)
    Kollisionen verschiedener Galaxien sind keine Seltenheit. Normalerweise fusionieren sie, oder das kleinere Sternsystem wird dabei zerstört. Zudem kommt es in solchen Fällen zu Aufschwüngen der Sternentstehung und zur Umstrukturierung innerhalb der Galaxien. Dank den Analysen solcher Kollisionen können Astronomen auf der Erde möglicherweise herausfinden, warum manche Galaxien kurz nach solchen Kataklysmen schnell ausschwingen.

    Ein untypisches Beispiel für solche Kollisionen im Weltall ist die Galaxie NGS 4111 im Sternbild Jagdhunde, die von uns „nur“ 50 Millionen Lichtjahre entfernt liegt. Sie gehört zu dem seltenen Typ der linsenartigen Galaxien.

    Nach ihrer Form ähnelt eine linsenartige Galaxie einer Ellipse, hat jedoch einen deutlicheren Balken und eine platte und nicht kugelförmige Struktur wie bei spiralartigen Galaxien.

    Im Unterschied zu den meisten elliptischen Galaxien hat die NGC 4111 ein besonderes Merkmal: einen Gas- bzw. Staubring, den der Galaxienkern oben und unten, aber nicht an den Seiten hat.

    Experten vermuten, dass es sich bei diesem Ring im Grunde um die Überreste einer Zwerggalaxie handelt, die einst ein Satellit von NGC 4111 war und die von ihr irgendwann geschluckt wurde.

    Zum Thema:

    Fäden dunkler Materie im Gestirn Fuhrmann. Aufnahmen des Hubble-Teleskops
    Tags:
    Hubble-Teleskop, Weltraum, NGC 4111
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