08:58 24 Januar 2018
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    Das Grabenbruchsystem Nili Fossae auf dem Mars

    Attacken auf den Mars: Riesen-Tsunamis hinterlassen Spuren auf Rotem Planeten

    © REUTERS/ ASA/JPL-Caltech/University of Arizona
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    Forscher vom Planetary Science Institute im US-Bundestaat Arizona haben möglicherweise die Theorie bewiesen, dass der Mars einmal von einem gigantischen Ozean bedeckt war. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Scientific Reports“.

    Die Vermutung, dass es auf dem Roten Planeten früher einen Ozean gab, ist allerdings nichts Neues. Doch die Ozean-Hypothese hatte immer ein großes Problem: Bisher hatte niemand Anzeichen für eine Küste gefunden. Die These der Forscher könnte das nun erklären: Zwei gigantische Tsunamis sind demnach dafür verantwortlich, dass die Küstenlinien verwischt wurden.

    Grafische Darstellung der einstigen Küstenlinien vor rund 3,4 Milliarden Jahren auf einer Höhenkarte des Mars und Detailansichten mit den Sedimentablagerungen, die von zwei Mega-Tsunamis hinterlassen wurden.
    Grafische Darstellung der einstigen Küstenlinien vor rund 3,4 Milliarden Jahren auf einer Höhenkarte des Mars und Detailansichten mit den Sedimentablagerungen, die von zwei Mega-Tsunamis hinterlassen wurden.

    Die Tsunamis entstanden, so die Theorie, vor etwa 4,3 Milliarden Jahren, als im Abstand von einigen Millionen Jahren zwei Meteoriten in den Ozean einschlugen. Diese sollen Krater von bis zu 30 Kilometer Durchmesser verursacht und  120-Meter-hohe Tsunamis ausgelöst haben. Zum Vergleich: Die Tsunamis in Japan von 2011 waren nicht höher als 40 Meter.

    Die geröllreichen Sedimente und Erosionskanäle infolge ersten Tsunamis dessen Wassermassen auch lokale Anhöhen umspülten.
    Christensen et al/NASA/JPL/University of Arizona
    Die geröllreichen Sedimente und Erosionskanäle infolge ersten Tsunamis dessen Wassermassen auch lokale Anhöhen umspülten.

    Die Welle nach dem ersten Tsunami bestand, so die Wissenschaftler, aus flüssigem Wasser. Daraus hätten sich dann ausgedehnte Kanäle gebildet, die das Wasser zurück in den Ozean brachten. Die Rückstände dieser Kanäle sollen noch heute sichtbar sein.

    Als der zweite Meteorit kam, hatte sich das Klima auf dem Mars bereits stark abgekühlt. Der Himmelskörper schlug laut den Forschern in einen eisigen Ozean ein. Der Tsunami, der sich daraufhin bildete, bewegte sich wie eine Art Eis-Schlamm über das Land. Diese Masse erstarrte, bevor sie zurück in den Ozean laufen konnte, und ließ dichte Flächen gefrorener Rückstände auf dem Boden zurück.

    Die Forscher konnten mithilfe von Bildmaterial verschiedener Mars-Sonden geologische Formationen ausmachen, die sich als Folge von zwei gigantischen Tsunamis gebildet haben sollen.

    Vor über 3,5 Milliarden Jahren dürfte der Norden des Mars von einem Ozean bedeckt gewesen sein, der rund 36 Prozent der Planetenoberfläche einnahm.
    MOLA Science Team, MSS, JPL, NASA
    Vor über 3,5 Milliarden Jahren dürfte der Norden des Mars von einem Ozean bedeckt gewesen sein, der rund 36 Prozent der Planetenoberfläche einnahm.

    Alexis Rodriuez, Hauptautor der Studie aus Arizona, sucht nun nach weiteren Hinweisen für die Tsunamis auf dem Mars. „Wenn Leben auf dem Mars einst existierte, könnten die eisigen Tsunami-Rückstände sehr gute Kandidaten dafür sein, nach biologischen Spuren zu suchen“, sagte Alberto Fairén, einer der Autoren der Studie.

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    Tags:
    Tsunami, ozean, USA, Mars
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