19:14 21 November 2019
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    Graue Haare

    Darum bekommen Menschen graue Haare und sterben wegen Kummer

    © Flickr/ Darron Birgenheier
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    Depressionen und Stress verkürzen die Lebenszeit und beschleunigen die Alterung, weil sie die Wirkung des Gens ANK3 und mehrerer anderen DNS-Abschnitte faktisch in allen Körperorganen negativ beeinflussen, geht aus einem Artikel im Fachmagazin “Molecular Psychiatry” hervor.

    „Unsere Studie hat ergeben, dass die Aktivität dieses Gens sich mit der Alterung des Menschen ändert und dass es bei Menschen, die ständig Stress ausgesetzt sind bzw. Depressionen haben, sowie bei Menschen, die einen Selbstmordversuch unternommen haben, so funktioniert, dass sie vorzeitig alt werden und weniger lange leben“, sagte Alexander Niculescu von der Indiana University. 

    Niculescu hat gemeinsam mit seinen Kollegen den Grund herausgefunden, warum Stress und Depressionen die Menschen alt werden lassen, indem sie Fadenwürmer und parallel auch mehrere Menschengruppen beobachteten.

    Laut den Wissenschaftlern haben ihre Kollegen vor relativ kurzer Zeit entdeckt, dass die Würmer, die Antidepressiva bekamen, wesentlich länger lebten, wobei bei ihnen keine negativen Nebenwirkungen beobachtet wurden. Niculescu & Co. fanden dieses Phänomen interessant und versuchten, die Zellenmechanismen, die zu diesem Effekt führen, herauszufinden.

    Zu diesem Zweck gaben sie einer von zwei Gruppen von Fadenwürmern das Antidepressivum Mianserinum und der anderen nicht. Dann verglichen sie die Aktivitäten ihrer Gene miteinander. Dadurch wurden mehrere Hunderte DNS-Abschnitte gefunden, die auf diese oder jene Weise auf das Arzneimittel reagiert hatten, von denen das wichtigste das Gen ANK3 war.

    Dieses Gen, das für die Aktivitäten der Zellenmembranen zuständig ist, sei der Schlüssel zum Alterungsprozess. Es funktioniere immer aktiver mit dem Älterwerden, was offenbar mit den Verschleißerscheinungen des Körpers und dem Tod verbunden sei, so Niculescu. Die Mianserinum-Moleküle beeinträchtigten seine Aktivitäten und verlängerten damit das Leben der Würmer. Einen ähnlichen Effekt erreichten die Biologen, wenn sie diesen DNS-Abschnitt abschalteten.

    Nach der Entdeckung dieser überraschenden Rolle des ANK3-Gens beim Alterungsprozess interessierten sich die Forscher dafür, was es im menschlichen Organismus bewirkt. Sie beobachteten seine Aktivitäten bei nahezu 5000 Menschen und stellten fest, dass Stress, Suizidversuche, Depressionen und andere psychische Probleme die Aktivitäten dieses Gens im Organismus wesentlich fördern. Das könnte erklären, warum manche Menschen wegen großen Kummers buchstäblich graue Haare bekämen und stürben, schlussfolgerten die Forscher.

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    Tags:
    Depression, Stress