05:02 15 Dezember 2018
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    HIV-Infizierung

    Forscher enträtseln HIV-Infizierung

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    Molekularbiologen von der Rockefeller University haben herausgefunden, wie HIV-Viren die von ihnen betroffenen Zellen umbauen, um ihre Ressourcen zur Herstellung eigener Kopien zu nutzen.

    Mithilfe spezieller Moleküle haben die Wissenschaftler festgestellt, welche Proteine der infizierten Zelle auf die Seite des „Eindringlings“ gelangen. Die Studie wurde in der Zeitschrift „Nature Microbiology“ veröffentlicht.

    Das HIV-Genom ist um mehr als das 100.000-fache kleiner als das menschliche Genom. Allerdings kann das Virus Proteine nutzen, die es selbst nicht produzieren kann, um sich fortzupflanzen und neue Zellen zu infizieren. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie es dazu kommt, und konzentrierten sich auf zwei wichtige Virus-Proteine – Eny und Vif.

    Das Eny-Protein befindet sich auf der äußeren Hülle des Virus. Seine Aufgabe ist es, die Verbindung mit den Rezeptoren auf der Oberfläche der Zelle aufzunehmen und der Membran, die das Virus umhüllt, zu helfen, mit der Membran der Zelle zu fusionieren. Das Vif-Protein hat die Funktion der Bekämpfung der Schutzsysteme der Zelle, wobei die Fermente zerstört werden, die von der Zelle zum Schutz vor Infektion produziert werden.

    Um die Funktionsmechanismen der beiden Proteine besser zu verstehen, wollten die Wissenschaftler feststellen, mit welchen Molekülen des Wirts sie zusammenwirken.

    Mit diesem Ziel implementierten die Wissenschaftler in das HIV-Genom spezielle „Molekül-Klettbänder“, die dem Virus-Protein ermöglichen, sich mit dem Protein der Zelle zu verbinden, mit dem es zusammenwirken soll, um eine erfolgreiche Invasion zu erreichen. Dieses Protein des Wirts, herausgenommen aus der Masse der anderen Zellverbindungen, kann einfacher mit gewöhnlichen Methoden der Molekular-Analyse festgestellt werden. Andererseits sind mehrere verschiedene Klettbänder erforderlich, um ein Netz verschiedener Verbindungen festzustellen, die dem Virus beim Umbau der Zelle helfen.

    Die Wissenschaftler stellten bei der Infizierung der menschlichen Zelle eine große Anzahl von Zellproteinen fest, die an der Ansteckung teilnehmen. Ein Protein hilft dem Virus, Molekular-Brücken aufzubauen, um ständig neue Zellen effektiver zu infizieren, ohne nach außen zu kommen.

    Wenn man weiß, welche molekularen Verbindungen zur Ansteckung und Verbreitung des Virus notwendig sind, können die Wissenschaftler Methoden zu ihrer Eindämmung bei der HIV-Behandlung entwickeln.

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    Tags:
    Virus, HIV